Interne Treffen
Grüne versuchen den Brückenschlag

Aufregung bei den Grünen – die Parteilinken sortieren sich neu, die Realos kämpfen ums künftige Spitzenpersonal. Nach dem schlechten Wahlergebnis bemüht sich die Partei um eine Neuausrichtung.
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BerlinKurz vor wahrscheinlichen Sondierungen mit der Union haben die Grünen Weichen für ihre personelle Neuaufstellung gestellt. Nach dem Verzicht von Bundesgeschäftsführerin Steffi Lemke auf die Kandidatur als Parteichefin dürfte die ehemalige saarländische Umweltministerin Simone Peter an die Spitze rücken. Sie würde der Parteilinken Claudia Roth nachfolgen. Bei den Realos ist das Kräftemessen von Katrin Göring-Eckardt und Fraktionsvize Kerstin Andreae um das Amt der Fraktionschefin noch unentschieden.

Auf einem überfüllten kleinen Parteitag rief Parteichef Cem Özdemir am Samstag in Berlin zu einem Neuaufbruch auf. „Die Bundestagswahl am 22. September war ein Paukenschlag für uns“, sagte er. „Ein "Weiter so" kann und darf es nicht geben.“ Er sagte: „Dafür übernehme ich auch meinen Teil an Verantwortung.“ Allerdings will Özdemir erneut für sein Amt kandidieren, wie er bereits angekündigt hatte.

Die designierte neue Parteichefin Simone Peter sagte: „Wir haben Fehler gemacht - wir müssen sie jetzt aufarbeiten, und zwar gründlich.“ Die Grünen müssten gegen den fortschreitenden Klimawandel und die Umweltverschmutzung eintreten. „Das ist unser Thema, damit wollen wir in Zukunft wieder stärker voran.“ Peter bekräftigte, dass sie als Nachfolgerin von Parteichefin Claudia Roth antreten wolle. „Ich biete mich an, mit Euch zusammen zu kämpfen, mit Euch zusammen zu führen.“

An diesem Samstag soll ein kleiner Grünen-Parteitag in Berlin nun Weichen für Gespräche über eine Koalition stellen. Sondierungen mit Union oder auch SPD und Linken will man sich nicht verschließen. Über einen möglichen Koalitionsvertrag soll per Sonderparteitag entscheiden werden. Das sieht ein Antrag des Grünen-Vorstands vor. Die SPD will dagegen alle Mitglieder darüber entscheiden lassen. Laut der Zeitung „Die Welt“ gibt es nun auch bei den Grünen Forderungen für einen Mitgliederentscheid.

Sondierungsgespräche sollen Göring-Eckardt, Cem Özdemir, Claudia Roth und Jürgen Trittin führen. Zu möglichen Koalitionsverhandlungen sollen die NRW-Vizeregierungschefin Sylvia Löhrmann, der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann und die dann aktuellen Vorsitzenden von Fraktion und Partei dazustoßen.

Lemke teilte am Abend bei den linken Grünen laut Teilnehmern mit, nicht als Parteichefin zu kandidieren. Damit läuft alles auf Peter hinaus, die sich bewerben will. Spannend bleibt es bei den Realos: Ob die Spitzenkandidatin im Wahlkampf, Göring-Eckardt, oder Andreae künftig an der Spitze der Fraktion steht, blieb nach dem Treffen offen. Es habe demonstrativen Beifall für Andreae gegeben, berichteten Teilnehmer der dpa. Göring-Eckardt sei nach ihrer Rede schwächer beklatscht worden.

Die Thüringerin steht für Kontinuität. Ihr wird ihre Rolle im Bundestagswahlkampf nach der Wahlniederlage aber auch angekreidet. Andreae gilt als neues Gesicht, aber manchen als zu wirtschaftsfreundlich. Die stellvertretende Grünen-Fraktionsvorsitzende wehrte sich gegen diesen Vorwurf. Das versteh ich gar nicht.“ Sie werde den Unternehmen gegenüber stets sagen: „Der Klimaschutz ist nicht verhandelbar.“ Vor allem die regierenden Grünen in Baden-Württemberg hätten sich für sie eingesetzt, hieß es.

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„Wir sind schuld, nicht die anderen“

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  • Alle Linken Demagogen rauswerfen. Özdemir und die ganze Linke Truppe Anhänger eines Steinzeitislamismus und befürworter von Erdogan, können ja in die Türkei auswandern. Dieses Land Deutschland war ja nach eigenen aussagen nicht ihre Heimat, sondern nur Aufenthaltsort und
    Sammelplatz für den Rest der Welt.

    Die Realos müssen aufpassen, nicht wieder von Roth und Consorten über den Tisch gezogen zu werden. Eine neue Grüne Partei neu ausgerichtet mit ausgewogenen Forderungen und weg von einer grünen NPD.

    Das muss das Ziel sein.

  • Ja, die Grünlichen müssen zunächst ihren pädofilen Komplex glaubwürdig und unmissverständlich klären und aufarbeiten. Um allerdings Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen müssten auch Göring Eckardt und Özdemir abtreten. Denn auch sie gehören zu den Verursachern der Krise, weil sie nichts, aber auch gar nichts getan haben, um die anmaßende moralische Deutungshoheit und die Verbotsorgien in ihrem katastrofalen Ausmaß zu reduzieren bzw. abzulehnen! Also: bitte, gehen Sie!

  • Zitat : Grüne versuchen den Brückenschlag

    - zu den geschändeten Kindern ?

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