Internes SPD-Papier
Münteferings Heuschrecken-Liste

Der Vorwurf: Zu den Heuschrecken gehören für Müntefering die Private-Equity-Gesellschaften, die mittlerweile zu den größten deutschen Arbeitgebern aufgerückt seien.

So jedenfalls steht es in einem internen SPD-Papier, das konkrete Namen und Beispiele aufführt. Den kritisierten Gesellschaften gehörten rund 5 000 Firmen mit 400 000 Beschäftigten, heißt es. Ihr Ziel sei es nicht, die Unternehmen langfristig weiterzuführen, sondern sie innerhalb weniger Jahre zu verwerten.

Die Namen: Das Papier nennt die Aufkäuferfirmen KKR, Goldman Sachs, Apax, Carlyle, BC Partners, Advent, WCM, CVC, Permira, Saban Capital oder Blackstone.

Beispiel Siemens Nixdorf: KKR und Goldman Sachs kaufen 1999 90 Prozent der Anteile. Im Frühjahr 2004 lassen sie sich 160 Mill. Euro als „eine Art Dividende“ auszahlen, heißt es in dem Papier. Vom Erlös des Börsengangs 2004 in Höhe von 350 Mill. Euro gehen 225 Mill. an die Investoren, nur 125 Mill. Euro bleiben im Unternehmen.

Beispiel Klöckner Werke: Anfang 2001 erwirbt WCM die Mehrheit des durch Bilanzfälschungen bei einer Tochter in Probleme geratenen Unternehmens. In der Folge verkauft WCM Unternehmensteile. Allein der Verkauf der Folientechnik bringt mit 925 Mill. Euro mehr, als WCM die Übernahme gekostet hat.

Beispiel Telenovis: Trotz eines Beschäftigungspakts mit 12,5 Prozent Lohnverzicht entlässt der Erwerber KKR fast die Hälfte der 8 000 Beschäftigten. Über ein Geflecht von Subfirmen entzieht KKR dem Unternehmen Finanzmittel und schwächt so die Ertragskraft, lautet der Vorwurf.

Beispiel Duales System: KKR kauft das Entsorgungsunternehmen offiziell für 807 Mill. Euro. Tatsächlich erhalten die Anteilseigner (Metro und andere) davon 260 Mill. Euro. Mit dem Rest zahlt KKR stille Gesellschafter aus und Halteprämien an bisherige Kunden, heißt es.

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