Internet
Deutschland entdeckt den Netz-Wahlkampf

Die US-Präsidentschaft hat Barack Obama in den Wahlkabinen für sich entschieden, aber errungen hatte er sie schon davor: im Internet. Die Obama-Kampagne rekrutierte Tausende Helfer und Spender über die eigene Homepage. Deutschland will nun nachziehen: Die Politik will die Möglichkeiten des Webs für sich nutzbar machen.

Die Obama-Kampagne organisierte ein ganzes Weborchester von Blogs, Emails und Videos. Und Deutschland? Politiker und Wahlkämpfer fangen erst zaghaft an, sich über den Nutzen des Internets echte Gedanken zu machen. 2009, im Superwahljahr mit Europa-, Kommunal-, Landes- und Bundestagswahlen, könnten die Lektionen aus Amerika aber zum Sieg verhelfen. "Das Internet wird im Wahlkampf immer wichtiger werden", sagt der Mannheimer Politologe Thomas Zittel.

Denn das Internet macht es möglich, sich so individuell zu informieren wie nie zuvor. Im Gegenzug können Politiker und Parteien über eigene Internetseiten, Emailverteiler oder Portale gezielter denn je Wähler ansprechen. Und vor allem ohne großen Aufwand. Gerade bei knappem Wahlkampf-Budget rentiert sich eine Internet-Offensive.

So versuchen mittlerweile alle großen Parteien, über eigene Videokanäle auf der Online-Plattform"Youtube" Werbung in eigener Sache zu machen. Die FDP bietet - etwa mit den Clips des Abgeordnetenduos Otto Fricke und Hermann-Otto Solms - im Gegensatz zur Konkurrenz mehr als die übliche Politikinformation. Die Formate sind webtauglicher. "Die Kommunikation übers Internet ist authentischer", sagt FDP-Bundesgeschäftsführer Hans-Jürgen Beerfeltz. "Wir wollen noch stärker auf das Mitmachen setzen." Einen Wahlkampf also für Opa am Stand und den Enkel im Internet? "Plakate aufhängen reicht nicht mehr", sagt Beerfeltz. "2009 werden wir zum ersten Mal mehr Geld für Dialogkommunikation als für Plakatierung ausgeben."

Die Gegenwart der deutschen Online-Politik sieht meistens noch recht schnöde aus. "Eine persönliche Webseite", sagt Politik-Experte Zittel, "ist heute zwar unverzichtbar. Aber es gibt nach wie vor große Unterschiede." Es zeigen zwar immer mehr Abgeordnete im Internet Präsenz - mehr als 75 Prozent haben mittlerweile eine eigene Homepage. Aber noch bieten die meisten nur Durchschnitt.

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