Internet-Sicherheit
Regierung wirbt für elektronischen Ausweis

Anderthalb Jahre vor seiner Einführung hat die Bundesregierung bei den Bürgern für den neuen elektronischen Personalausweis geworben. Der Ausweis soll mehr Sicherheit bei Einkäufen im Internet und bei Bankgeschäften bieten.

Am 1.November 2010 soll in Deutschland der elektronische Personalausweis eingeführt werden. Den virtuellen Ausweis kann man mittels einer Software und eines Lesegeräts an den PC anschließen, nach Eingeben eines 6-stelligen Passwortes lässt er sich lesen. Das Nutzen eines virtuellen Personalausweises ist optional.

Auf einer Pressekonferenz in Berlin sagte der Staatssekretär im Bundesinnenministerium Hans Bernhard Beus, der Ausweis verbinde "die Bürokratie mit dem Virtuellen". Das primäre Ziel sei es, die Sicherheit im Internet zu erhöhen. Da sich immer mehr Jugendliche im Netz bewegen, soll der virtuelle Ausweis ihnen die Möglichkeit geben, ihr Alter nachzuweisen. Es wurde sogar in Erwägung gezogen, die Altersbeschränkung für den Personalausweis auf 14 runterzusetzen.

Ein wichtiger Unterschied zum herkömmlichen Ausweis ist, dass beim Einsehen des elektronischen Personalausweises bestimmte Informationen gesperrt werden können: nur noch die Personendaten, die für den jeweiligen Zweck nötig sind, werden angezeigt und nicht wie sonst üblich alle Informationen zur Person.

Der elektronische Personalausweis soll neue Geschäftsideen befördern und den Umgang mit Ämtern durch das E-Government erleichtern. Ein Testprojekt wurde bereits durchgeführt, allerdings nur mit 20 Personen, was keine sehr aussagestarke Antwort auf die Frage erlaubt, ob der elektronische Personalausweis für den Durchschnittsbürger tauglich ist.

Auf diesen Punkt legte Dieter Kempf, Vorstandsmitglied von Bitkom, bei einer anschließenden Diskussion sehr großen Wert: es müsse für jeden möglich sein, den elektronischen Personalausweis zu benutzen. Deshalb müssten die Systemanforderungen sehr niedrig sein und für wenig Geld an den Verbraucher gebracht werden. Es gibt Überlegungen, die Lesegeräte in Notebooks oder sogar in Handys zu integrieren. Man müsse die Aktion vor allem für den jüngeren Teil der Bevölkerung attraktiv machen, sagte Kempf. Entsprechende Werbeaktionen müssten noch im Sommer gestartet werden.

Beim Thema Datenschutz hätte manch einer auf Verbesserungen gehofft, doch gebe es in dieser Hinsicht durch den virtuellen Ausweis keinen Fortschritt. Vollkommene Sicherheit im Netz könne es ohnehin nicht geben. Aber insgesamt sei der Ausweis ein großer Schritt voraus.

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