Interview
BDI-Präsident Thumann: „Mut zur Offenheit haben“

Das stetige Wirtschaftswachstum in China scheint keine Grenzen zu kennen. Das Handelsblatt sprach mit dem Präsidenten des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Jürgen Thumann, über Chancen und Risiken für deutsche Unternehmen in der Volksrepublik sowie über Erwartungen an die China-Politik der neuen Bundesregierung.

Herr Thumann, betrachten Sie China als die wirtschaftliche Supermacht der Zukunft?

China gehört mit 1,3 Milliarden Einwohnern schon allein von der Bevölkerungszahl zu den Großen der Welt. Indien der "schlafende Riese" mit einer Milliarde Menschen, ist inzwischen auch erwacht. China, Indien und der gesamte asiatische Raum werden für nachhaltige Veränderungen der wirtschaftlichen Verflechtungen in der gesamten Welt sorgen.

Bleiben wir bei China. Wie muss sich die deutsche Wirtschaft auf die rasanten Veränderungen einstellen?

Ich würde anregen, dass wir uns mehr als Europäer betrachten. Gerade aus Sicht der Industrie kommt es mehr und mehr darauf an, die europäischen, hochentwickelten Industrienationen als eine Einheit zu empfinden. Wir sollten gemeinsam versuchen, länderübergreifend mit den Chinesen eine vertiefende Partnerschaft einzugehen.

Stoßen wir da in Europa nicht sehr schnell an die Grenzen unterschiedlicher Interessen?

Die europäische Industrie muss sich die Frage stellen, wie sie sich angesichts des zunehmenden Wettbewerbs global behaupten kann. Das geht nur über den Weg von Innovationen. Wir müssen uns produkt- und technologiegetrieben auf höchstem Niveau gemeinsam dem Wettbewerb stellen. Da sehe ich Deutschland mit vielen unserer Nachbarn, die wie wir starke industrielle Kerne haben, in einem Boot. Nur so haben wir für die verschiedenen Industriebranchen im Wettbewerb mit den Chinesen, aber auch mit anderen asiatischen Regionen eine Chance uns zu behaupten.

Wenn Sie davon ausgehen, dass der Erfolg nur im Verbund winkt, wie kann denn der deutsche Mittelständler diesem Markt noch erschließen?

Für kleine Unternehmen wird es sicher nicht einfach, in China Fuß zu fassen. Das geht eigentlich nur über Kooperationen. Das müssen aber nicht zwangsläufig chinesische Partner sein. Das könnten auch deutsche oder europäischen Firmen sein. Denkbar sind auch gemeinsame Projekte mit Japanern.

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