Interview der Bundeskanzlerin Merkel wirft Kritikern den Fehdehandschuh hin

In alter Gelassenheit und Entschiedenheit zeigt sich Angela Merkel beim Interview. Sie beiseitezuschieben wird nicht einfach. Eine Analyse.
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Die Bundeskanzlerin verspürt keinen Autoritätsverlust. Quelle: dpa
Angela Merkel

Die Bundeskanzlerin verspürt keinen Autoritätsverlust.

(Foto: dpa)

BerlinDie CDU-Basis ist in Aufruhr, der Nachwuchs begehrt auf, und altbekannte Kritiker melden sich wieder zu Wort – seit der neue GroKo-Vertrag steht und klar ist, dass die CDU gewaltig Federn lassen musste, scheint endgültig die Kanzlerinnen-Dämmerung angebrochen. Doch Angela Merkel zeigt sich ungerührt – und sagt allen Nörglern und Stuhlbeinsägern den Kampf an.

Als sie sich im ZDF den Fragen von Bettina Schausten stellt, ist ihre zentrale Message: Ihr wolltet unbedingt, dass ich ein viertes Mal antrete, jetzt werde ich das auch durchziehen. Damit macht Merkel klar: Ich bleibe vier Jahre, das „habe ich versprochen, und ich gehöre zu den Menschen, die Versprechen halten“. Ach ja, den Parteivorsitz wird sie auch behalten. Das sei zentral für eine stabile Regierung – „und dabei bleibt es. Basta. Noch Fragen?

Merkel gibt sich verständnisvoll, überlegen und kämpferisch zugleich. Verständnisvoll gegenüber denen, die den Verlust von Finanzministerium und Innenministerium beklagen. Klar, das findet auch sie „schmerzlich“, aber eben „akzeptabel“, bescheidet sie die Kritiker. Und verweist auf die Macht, die die Union als Ganzes nach wie vor habe: Schließlich habe man zusammen ja einiges „zurückgeholt“, allen voran das Wirtschaftsministerium und den Bau, relativiert sie.

Unterm Strich sei sie eben zu dem Schluss gekommen „ja, so kann es gehen“, sagt Merkel leichthin. Alles nur, um ihre Kanzlerschaft zu retten?, fragt Schausten. Merkel bedankt sich für die Frage: Wer Kanzlerin sein möchte, muss eben Verantwortung übernehmen. „Das habe ich alles sehr wohl durchdacht“, sagt sie lächelnd. Will heißen: Die Union hat mich gebeten, ich habe lange gezögert und schließlich dem vielfältigen Drängen für eine neue Kandidatur nachgegeben – nun sage ich, wo es langgeht. Und sie mahnt, jetzt müsse man aber schnell an die Arbeit, also an die Umsetzung des Koalitionsvertrags gehen – so denn die SPD mitmacht.

Und die Unzufriedenen, die wie Carsten Linnemann oder Daniel Günter nach Erneuerung rufen? Die Ehrgeizigen, wie Jens Spahn, die es kaum erwarten können, mehr Macht zu bekommen? „Mutti“ Merkel gibt sich fürsorglich: Bis zum Parteitag am 26. Februar sei klar, wer welchen Posten bekommt. Sie werde „die Partei in ihrer ganzen Breite“ einbeziehen, verspricht sie, „nicht nur die über 60-Jährigen“, sondern auch die Jungen.

Wird es auch einen neuen Generalsekretär geben? Der amtierende ist seit Langem erkrankt, manche spekulieren schon auf die Einbindung des ungeduldigen Spahn auf diesem zentralen Posten. „Lassen Sie sich überraschen“, schmunzelt die Frau, die Helmut Kohl gestürzt hat und sich nun auf den Weg macht, auch beim Dienstalter mit ihm gleichzuziehen.

Fühlt sie denn gar keinen Autoritätsverlust?, fragt Schausten fast ungläubig. Nein, „das empfinde ich nicht“, lautet die lässige Antwort. Auch wenn natürlich klar sei, dass sie „nicht noch mal zwölf Jahre regieren werde“, macht sich Merkel über ihre Kritiker lustig.

Merkel ist zurück, in alter Gelassenheit und Entschiedenheit – das ist die Botschaft, die die Kanzlerin an diesem Abend aussendet. Sie hat all denen, die auch nur vorsichtig darüber nachdenken, wie man sie beiseiteschieben könnte, den Fehdehandschuh hingeworfen.

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2 Kommentare zu "Interview der Bundeskanzlerin: Merkel wirft Kritikern den Fehdehandschuh hin"

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  • Kann die Raute in diesen Händen lügen? ... sie hat es schon zu oft bewiesen. Merkel erzählt weiterhin Märchen und macht unverändert ihren Stiefel, um Deutschland so zu formen, wie die Grünen und Teile der SPD es wollen. Das ist nicht gut für "dieses Land", wie man in diesen Kreisen politisch konform vermeidet, Deutschland in den Mund zu nehmen.

  • Das Problem von Merkel ist einfach , sie kann jetzt nicht gehen , wenn doch fallen alle über sie her. Zu sehr hat sie Deutschland verändert und schon 2017 vor der BT Wahl habe ich
    gesagt , wenn sie jetzt nicht geht, wird sie vom Hof gejagt werden. Das wird jetzt passieren
    in diesem Jahr und nur weil sie die CDU von allen Nachfolgern befreit hat , steht sie nun
    allein da und glaubt unabkömmlich zu sein. Schon in wenigen Wochen wird die CDU auf 28 % fallen , denn klingeln die Glocken bei einigen in der CDU . Aber es ist zu spät .

    Als Konservative Partei hat sie ausgedient und Seehofer und seine CSU reichen da nicht
    mehr aus. Wir sehen, dass schon das Wort Heimat in Deutschland Entrüstungsanfälle auslöst. Da spricht Bartsch von die Linke vor Journalisten und stellt die Frage : Was ist Heimat? kenne ich nicht was das sein sollte. Genau wie von den Grünen kommen
    selbst aus der Türkischen Gemeinde Anfechtungen zum Wort Heimat.

    Natürlich nicht wenn Erdogan kommt, dann zeigen alle Türken hier , wir sind Türken wir bleiben Türken die Türkei ist unsere Heimat..

    Das alles weiß Angela Merkel und sie braucht eigentlich Hilfe, wie auch andere im Bundestag. Wenn Macht zur Sucht wird , sollte im Bundestag eine Suchthilfe dafür eingerichtet werden . Gerade jetzt kann man sie überall erkennen , die Sucht nicht loszulassen von Ämtern .

    Deutschland implodiert dieses Jahr und das ist unstrittig.
    .

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