Interview
Eon-Chef Bernotat fordert berechenbare Energiepolitik

Der Emissionsrechtehandel muss nach den Worten von Eon-Chef Wulf Bernotat in eine große energiepolitische Agenda eingebunden werden. „Wir brauchen dringend ein Gesamtkonzept für die Umweltpolitik, eine Konsolidierung der klimapolitischen Instrumente", sagte Bernotat im Gespräch mit dem Handelsblatt. Das Interview im Wortlaut:

Die Fronten im Streit um den Emissionshandel sind verhärtet. Sind die Probleme noch fristgerecht bis Ende März zu lösen?

Wir stehen beim Emissionshandel nicht vor unlösbaren Problemen – andere EU-Länder, die schon ihre Pläne vorgelegt haben, beweisen das. Dort war man sich allerdings von vornherein einig, dass Klimaschutz den eigenen Wirtschaftsstandort nicht gefährden darf.

Der Wirtschaftsminister will wegen des Zeitdrucks den Termin verstreichen lassen. Würde das Luft für einen Kompromiss schaffen?

Ein tragfähiger Kompromiss könnte schnell gefunden werden, wenn man sich die Vorgaben aus dem Kyoto-Protokoll und die bereits erreichten Erfolge beim Klimaschutz vor Augen führt: Deutschland hat das mit der EU vereinbarte Ziel – minus 21 Prozent für den Zeitraum 2008 bis 2012 – schon fast erreicht. Für die restlichen zwei Prozentpunkte haben wir noch ausreichend Zeit. In der ersten Handelsperiode von 2005 bis 2007 müssen die Emissionen also nicht verringert werden.

Der Umweltminister schiebt den Konzernen die Schuld zu. Tobt nicht tatsächlich hinter den Kulissen ein harter Verteilungskampf?

Davon kann keine Rede sein. Im Grunde will der Umweltminister nur von seinem Dissens mit dem Wirtschaftsminister ablenken. In der politischen Diskussion geht es doch inzwischen um etwas ganz anderes: Wir brauchen dringend ein Gesamtkonzept für die Umweltpolitik, eine Konsolidierung der klimapolitischen Instrumente – die additiven Wirkungen von Ökosteuer, Erneuerbare Energien, KWK-Gesetz und Emissionshandel führen zu unvertretbaren Belastungen für unsere Volkswirtschaft. Dabei belegen jüngste Studien: Vernünftiger Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit müssen sich nicht ausschließen.

Drohen der Wirtschaft denn wirklich hohe Belastungen?

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