Interview
„Ich wünsche mir einen Aufbaukommissar“

Mehr Wachstumsimpulse für Europa wünscht sich Wirtschaftsminister Philipp Rösler. Im Interview erklärt er, welche Rolle dabei ein neuer Aufbaukommissar spielen könnte und wo Griechenland ihn enttäuscht hat.
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Handelsblatt: Herr Minister, die griechische Regierung hat 2011 mit der EU eine Wachstums- und Investitionsoffensive vereinbart. Wie sieht die Bilanz heute aus?

Philipp Rösler: Griechenland braucht Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit, um wieder auf die Beine zu kommen. Auch wir haben konkrete Unterstützung angeboten. Leider werden unsere Angebote nur sehr schleppend angenommen.

Das hört sich sehr ernüchternd an. Macht die griechische Regierung nicht von der deutschen Wirtschaftshilfe Gebrauch?

Die Umsetzung auf griechischer Seite ist unzureichend. Mit einer Wirtschaftsdelegation bin ich im vergangenen Herbst in Athen gewesen. Im Umfeld meines Besuchs haben wir Investorenkonferenzen und deutsch-griechische Branchentreffs durchgeführt. In den politischen Gesprächen habe ich mich intensiv für den Abbau von Investitionshemmnissen eingesetzt. Das ist eine zentrale Voraussetzung für mehr Wachstum. Es gab auch Zusagen von griechischer Seite, etwa die Genehmigungsverfahren für Investitionen deutlich zu beschleunigen. Wir wollten beim Aufbau einer Förderbank zusammenarbeiten. Die griechische Seite hat zudem angekündigt, das Problem der Altfälle schnell zu lösen, bei denen deutsche Unternehmen auf Geld vom griechischen Staat warten. Die Gespräche waren vielversprechend. Heute müssen wir feststellen, dass bisher nur wenig geschehen ist. Das ist enttäuschend. Umso wichtiger ist es, dass Griechenland jetzt endlich zu einer besseren Zusammenarbeit bereit ist.

Nehmen wir mal den gemeinsamen Plan, eine Förderbank zu gründen. Was ist da schiefgelaufen?

Es hat Gespräche von Mitarbeitern der Kreditanstalt für Wiederaufbau mit der griechischen Seite gegeben, die aber ins Stocken geraten sind. Wir haben nach wie vor keine Ergebnisse.

Woran liegt das konkret?

Die Zuständigkeiten und Zielvorstellungen auf griechischer Seite waren unklar. Auch bei anderen Projekten ist es so, dass immer wieder die Gesprächspartner wechseln. Das geht nicht, hier müssen wir vorankommen, und zwar schnell. Denn eine stabile Finanzierung von Investitionen vor Ort ist entscheidend für den Wiederaufbau Griechenlands.

Kommentare zu " Interview: „Ich wünsche mir einen Aufbaukommissar“ "

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  • Kurze Antwort: Blödsinn. Die Lohnstückkosten im Verhältnis zum Preis und der Qualität sind einfach zu gut. Also werden die anderen EU-Länder weiter kaufen, ganz pragmatisch. Weiterhin würden ganz schnell andere heutige Eu-Nordländer folgen. Ganz sicher.

  • "Ich wünsche mir einen Aufbaukommissar"

    Ja, den hätte die FDP gerade wirklich nötig ...

    Die FDP ist ja gerade sozusagen das "Griechenland" unter den Parteien, schafft es aber offensichtlich unter den vereinbarten Defizitgrenzen zu bleiben ..

  • LAUT NEUESTEN MELDUNGEN VON ZDF VIDEOTEXT WILL JUNCKER

    SEIN AMT NIEDERLEGEN !

    VERLASSEN DIE ERSTEN RATTEN DAS EU-SCHIFF WEGEN WEGEN DEM

    SCHULDEN -EURO ?

    ANGEBLICH HÄTTE ER ZUWENIG RÜCKENDECKUNG DURCH MERKEL U

    SARKOTZY .

    ABER DIE WAHREN HINTERGRÜNDE ERFAHREN WIR IN DEN NÄCHSTEN

    STUNDEN .

    HIERMIT KÖNNTE AUCH DER UNTERGANG DES SCHULDEN -EUROS

    ZUSAMMENHÄNGEN .

    DEUTSCHLAND WIRD WIEDER DIE DM ( DEUTSCHE MARK )

    BEKOMMEN U.TRITT AUS DER EU AUS !

    MERKEL U.REGIERUNG TRETEN ZURÜCK !



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