Interview mit dem Handelsblatt
Schily warnt Wirtschaft vor nachlassender Wachsamkeit

Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) hat die Wirtschaft davor gewarnt, in konjunkturell schwierigen Zeiten an der Sicherheit zu sparen.

BERLIN. "Im Schadensfall kann das sehr teuer werden", sagte Schily in einem Gespräch mit dem Handelsblatt. Es wäre "grundsätzlich falsch", notwendige Maßnahmen aus Kostengründen zu unterlassen.

Insgesamt sieht der Bundesinnenminister bei den Unternehmen ein geschärftes Bewußtsein für Sicherheitsfragen. Nach dem Terroranschlag vom 11. September 2001 in den USA seien auch in Deutschland vorhandene Schwachstellen in "empfindlichen Bereichen wie Transport, Verkehr, Strom- und Wasserversorgung" durch systematische Überprüfungen ausgeräumt worden. Die Sicherheitsgesetze und die Rasterfahndung seien dabei "sehr hilfreich" gewesen, hob Schily hervor. Das gelte vor allem bei der Überprüfung von Personen, die in sensiblen Unternehmensbereichen arbeiteten.

Schily räumte ein, dass es trotz aller Fahndungserfolge nicht gelungen sei, die Finanzströme des internationalen Terrorismus trocken zu legen. Der Fahndungsdruck zeige zwar Wirkung, aber vielfach würde noch auf underground-banking ausgewichen, also auf Finanztransfers durch die Nutzung privater Transaktionen wie etwa über Geldwechsel oder Reisebüros. Erfolgreicher seien die Behörden allerdings beim Kampf gegen die Geldwäsche, betonte Schily. Die Zusammenarbeit mit den Banken laufe gut und habe zu einer ständig steigenden Zahl von zuletzt 8261 Verdachtsanzeigen im vergangenen Jahr geführt. Insgesamt seien dabei verdächtige Vermögenswerte von über 1,3 Mrd. Euro sichergestellt worden.

Mehr zu diesem Thema lesen Sie am Montag im Handelsblatt.

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