Interview mit Helmut Schmidt
„Angela Merkel agiert nicht sehr geschickt“

Helmut Schmidt rechnet ab: Er wirft der Spitze der Bundesbank vor, wegen nationalstaatlicher Vorbehalte das Projekt Europa aufs Spiel zu setzen. Auch mit Kanzlerin Merkel und Finanzminister Schäuble geht er hart ins Gericht.
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Handelsblatt: Viele Jahre lang verfolgte Deutschland zwei parallele politische Ziele: einerseits die Verpflichtung zu finanzieller und monetärer Stabilität, andererseits das Bekenntnis zur europäischen Integration. Denken Sie, dass angesichts der Krise der Währungsunion diese beiden Politiken nicht mehr vereinbar sind?

Helmut Schmidt: Lassen Sie mich erst mit Blick auf das politische Umfeld antworten. Die Briten will ich von meiner Antwort ausschließen, weil die Regierung noch relativ neu im Amt ist und ich die führenden Personen nicht persönlich kenne. Generell würde ich sagen, dass Europa Führungspersönlichkeiten fehlen, Personen in hohen Ämtern in den Nationalstaaten oder den europäischen Institutionen mit genügendem Überblick über nationale wie internationale Fragen und ausreichender Urteilskraft. Es gibt wenige Ausnahmen wie Jean-Claude Juncker, den Premierminister von Luxemburg, aber sein Land ist zu klein, um eine substanzielle Rolle zu spielen. Ich denke nicht, dass die Deutschen oder ihre politische Klasse das Stabilitätsziel aufgegeben haben. Seit 2008 haben die Umstände sie dazu gezwungen - wie auch fast den gesamten Rest der Welt -, ihre Stabilitätsideale zu verletzen, aber das geschah nicht aus freiem Willen, sondern als Folge der Wirtschaftskrise.

Es lag also nicht an der politischen Führung?

Es kommt hinzu, dass die deutsche Regierung aus Leuten besteht, die erst im Amt ihren Job lernen. Sie können nicht auf frühere Erfahrungen in der Weltpolitik oder der Weltwirtschaft zurückgreifen. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble ist ein Mann, den ich schätze und vor dem ich großen persönlichen Respekt habe. Haushalts- und Steuerprobleme versteht er gut. Doch die internationalen Geld- und Kapitalmärkte, das Bankensystem oder die Aufsicht über die Banken und Schattenbanken sind neu für ihn. Dasselbe gilt für Angela Merkel. Das ist keine Kritik an Schäuble oder Merkel, aber wir brauchen Personen in den Spitzenämtern, die ein Verständnis von der heutigen Wirtschaft haben.

Manche Leute sagen, das Problem liege tiefer: Der Geburtsfehler der Währungsunion bestehe darin, dass die Politische Union fehlte.

Das wiederholt die Bundesbank seit 30 Jahren. Im tiefsten Herzen sind die Bundesbanker Reaktionäre. Sie sind gegen die europäische Integration.

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  • Herr Schmidt äußert sich extrem inkonsistent und hat die aktuelle Situation eher mitzuverantworten.
    im einzelnen:
    Zu beginn spricht er fast allen Politiker finanzpolitische Kompetenz ab - außer sich selbst natürlich! Das ist an Arroganz kaum zu übertreffen.
    Dann legt er dar, dass er die Eurozone anders gestaltet hätte, nämlich mit deutlich weniger Mitgliedern und festen, unumstösslichen Regeln. Dieser Gedanke ist absolut richtig; nur, wenn ein deutscher Politiker heute so etwas in Europa äußert, dann schnauzt Herr Schmidt über "Wilhelminismus". Das ist absolut unlogisch und unredlich! Und dann fordert Herr Schmidt unverblümt eine "Führungspersönlichkeit"; hoffentlich meinte er nicht "Führer"... die Wortwahl ist erschreckend und undemokratisch.
    Dann schwadroniert Herr Schmidt darüber, dass die Deutschen im 21. und wohl auch im 22. Jahrhundert für Europa zahlen müssten. Wo leben wir denn, Herr Schmidt! ich verstehe ihre Einschätzung sehr gut vor ihrem persönlichen Hintergund als Offizier der ehemaligen Deutschen Wehrmacht an der Ostfront, als Zuschauer im Volksgerichtshof bei Roland Freisler. Das erklärt ihr schlechtes Gewissen! ich hingegen habe mir nie ausgesucht, Deutscher zu sein. ich bin als Europäer genauso gut oder schlecht wie die anderen auch!
    Herr Schmidt bestätigt indirekt im übrigen die Fehlkonstruktion der heutige Eurozone. Zur Lösung der Probleme trägt er mit seinen Äußerungen jedoch nichts bei. Absolut gar nichts. Wenn der einzige Lichtblick für ihn die europäische Versklavung des deutschen Volkes wegen seiner Vergangenheit ist, dann kann ich das nicht ernst nehmen. Jeder hat in Europa Verantwortung, nicht nur die Deutschen! Jeder einzelne, und wenn man genau hinsieht, funktioniert die EU eben nicht. Es ist nicht Anderes als ein basar mit Selbstbedienungsmentalität der einzelnen Nationen. Das merkt man schon beim Hinhören auf Äußerungen der einzelnen EU-Kommissare zu aktuellen Problemen. Die EU ist ein bürokratischer Popanz, der sich deutlich Richtung EUSSR bewegt. ich halte es für besser, einen Schritt zurückzugehen, zu ehrgeizige politische Projekte zurückzustellen und sich wirklich mal zu fragen, was Europa eigentlich soll. Soll es eine "Supermacht" à la USA oder China werden? Soll es nur eine Transferunion werden, in der die Subventionsmentalität der Landwirtschaft auf alle bereiche ausgedehnt wird! Dieser Gedanke ist absurd.
    Wahr ist jedenfalls, dass in Europa die EUliten nichts mehr zu bieten haben. Es ist beschämend, wie die Politiker aller europäischen Staaten dabei sind, Europa zu zerstören. Die bevölkerung wurde sowieso nie gefragt. ich bin wütend und nachdenklich. So geht es jedenfalls nicht weiter.

  • interview mit Helmut Schmidt:„Angela Merkel agiert nicht sehr geschickt“,
    Seit 65 Jahren ist die deutsche Nation kopflos. Deutschland braucht seinen lang ersehnten Erlöser, den Führer hart wie Kruppstahl, zäh wie Leder. Das ist das Hauptproblem.

  • ich halte Hr. Schmidt immer noch für einen Guten. Weg mit Merkel, Schäuble und Co. Sofort? Die derzeitigen Politiker müssen den angerichteten Schaden aus eigener Tasche bezahlen. Die gesamte Verwandtschaft, bekanntschaft und Freundschaft dürfen helfen, bis Deutschland schuldenfrei ist!

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