Interview mit Karl-Theodor zu Guttenberg: CSU-General: „Auf Augenhöhe mit Merkel“

Interview mit Karl-Theodor zu Guttenberg
CSU-General: „Auf Augenhöhe mit Merkel“

Unmittelbar vor Beginn der CSU-Klausurtagung in Wildbad Kreuth hat CSU-Generalsekretär Karl-Theodor zu Guttenberg die Eigenständigkeit seiner Partei gegenüber der CDU und der FDP betont. Im Interview mit dem Handelsblatt bekräftigt er zugleich die Forderung seiner Partei nach Steuersenkungen.

Herr zu Guttenberg, als Generalsekretär sind Sie für die Wahlkampagne der CSU zuständig. Können Sie sich vorstellen, Angela Merkel neben Horst Seehofer auf einem Plakat zu positionieren?

Karl-Theodor zu Guttenberg: Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass wir bei der Bundestagswahl mit der gemeinsamen Kandidatin Angela Merkel ins Rennen gehen, die mit ihrer ganzen Kraft für die Union wirbt. Aber wir haben auf Augenhöhe einen bayerischen Ministerpräsidenten, der in vielerlei Hinsicht nicht nur komplementär, sondern auch taktgebend wirkt. Beides sind Aushängeschilder - für beide Parteien.

Mit Horst Seehofer knüpft die CSU also wieder an die gute alte Zeit unter Franz Josef Strauß an.

Wir sind in Berlin und Brüssel durchsetzungsfähig und können Themen setzen. Das war unter Franz Josef Strauss so und danach auch.

Das liegt vor allem daran, dass sich die CSU brachial gegen die Kanzlerin positioniert.

Milder Einspruch! Argumente werden nicht dadurch brachial, dass man sie wiederholt. Richtige Ansätze, wie unsere Forderung nach Steuersenkungen, muss man so oft ansprechen, bis man sie durchsetzt.

Dennoch scheint sich die CSU derzeit auf Kosten der CDU zu profilieren - ist das am Ende nicht ein Nullsummenspiel für die Union?

Das wäre es dann, wenn einer mit eingerollter Unterlippe über bliebe. Es ist keines, wenn man am Ende einig ins Wahljahr geht. Das werden wir erreichen.

Über Koalitionsaussagen hat es Irritationen gegeben. Will die CSU nach der Bundestagswahl nun eine Koalition mit der FDP?

Ja, es gibt eine klare Präferenz: Ab Herbst 2009 wollen wir in einer bürgerlichen Koalition Verantwortung für das Land tragen. Das ist nur mit unserem Wunschpartner FDP möglich. Dennoch müssen wir als Union zu einem eigenständigen Wahlkampf in der Lage sein.

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