Interview mit Karsten Voigt
„Zusagen eingehalten“

Das Handelsblatt sprach mit dem Berater der Bundesregierung für die deutsch-amerikanischen Beziehungen, Karsten Voigt, über die Auswirkungen der geplanten Ausweitung des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan auf die deutsch-amerikanischen Beziehungen.

Herr Voigt, was bedeutet der erweiterte Afghanistan-Einsatz für die deutsch-amerikanischen Beziehungen?

Es ist das deutliche Signal an die Amerikaner, dass die Deutschen ihre nach dem 11. September 2001 gegebenen Versprechen halten, sich im Kampf gegen den internationalen Terrorismus stark zu engagieren.

Ist das verstärkte Engagement der Bundeswehr in Afghanistan nicht eine Art Kompensation, um sich nicht im Irak beteiligen zu müssen?

Sie unterstellen rein taktische Motive für die Ausweitung des Einsatzes, was nicht stimmt. Die Bundeswehrsoldaten sollen in die afghanische Provinz, weil dies in der Logik des gewünschten Wiederaufbaus des Landes steht. Die Grundlinie der Bundesregierung hat sich da nicht geändert. Im Falle des Iraks hat sie eben nie die amerikanische Einschätzung geteilt, dass dort der Krieg Teil des Anti-Terror-Kampfes ist – und deshalb keine Zusagen gemacht. Aber es ist richtig, dass in Washington mit dieser Entscheidung das Verständnis dafür wächst, dass sich Deutschland im Irak nicht beteiligt. Die Entscheidung für den Einsatz in Kundus wird sich natürlich positiv auf das bilaterale Verhältnis auswirken.

Droht nicht durch eine Anfrage der USA nach militärischer Hilfe auch Deutschlands im Irak eine neue Konfrontation – etwa wenn die Nato im Irak aktiv werden soll?

Alle Beteiligten – sowohl Deutschland wie auch die USA – wären gut beraten, es nicht wieder dazu kommen zu lassen. Aber angesichts der Signale aus Washington erwarte und hoffe ich auch nicht, dass die US-Regierung die Konfrontation in Brüssel suchen wird.

Das Gespräch führte A. Rinke.

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