Interview mit Philipp Mißfelder
„Für Konjunkturprogramme ist es viel zu früh“

Das Chaos auf den Finanzmärkten ist eine Chance für die Volksparteien, die Menschen vom Modell der Sozialen Marktwirtschaft zu überzeugen, meint Philipp Mißfelder (CDU). Der Bundesvorsitzende der Jungen Union skizziert im Interview mit Handelsblatt.com, welche Antworten seine Partei auf die Krise geben muss - vor allem auch im Hinblick auf den bevorstehenden Bundestagswahlkampf.

Herr Mißfelder, die Bundesregierung hat ihre Wachstumsprognose für das kommende Jahr drastisch gesenkt. Wie wird die Finanzkrise den bevorstehenden Bundestagswahlkampf beeinflussen?

Philipp Mißfelder: Die Finanzkrise wird auf jeden Fall auch den Bundestagswahlkampf beeinflussen. Die Politik muss sich der Sorgen, die sich die Menschen machen, annehmen und verständliche Lösungen anbieten. Insofern wird es darauf ankommen, dass wir als Union unser politisches Angebot aus wirtschaftlicher Sicherheit und Stabilität deutlich herausstellen.

Wie wird sich das im Wahlprogramm der CDU für 2009 niederschlagen?

Wir werden unser Programm nicht grundlegend ändern müssen. Freiheit und Sicherheit sind bereits in unserem Grundsatzprogramm verankert. Wir müssen diese Fragen ins Zentrum der Wahlkampfauseinandersetzung stellen.

Die Sozialdemokraten meinen, die Finanzkrise arbeite für sie.

Die Krise ist eine Chance für die Volksparteien, die Menschen vom Modell der Sozialen Marktwirtschaft zu überzeugen. Vor kurzem wurde die CDU noch kritisiert, weil sie von der Notwendigkeit einer internationalen Sozialen Marktwirtschaft gesprochen hat. Angesichts der aktuellen Finanzkrise ist zu sehen, dass wir richtig liegen. Deshalb müssen wir jetzt weiter daran arbeiten, unser Modell des sozialen Ausgleichs zu exportieren und den dazu gehörigen Ordnungsrahmen in andere Länder zu übertragen.

Die SPD hat Bundesfinanzminister Peer Steinbrück, der sich im Chaos der Finanzmärkte zum Krisenmanager entwickelt hat und Olaf Scholz als Arbeitsminister. Wen hat die CDU für die Themen Wirtschaft, Arbeit und Finanzen - außer der Bundeskanzlerin?

Die Krise ist bisher sehr gut von unserer Bundeskanzlerin Angela Merkel gemeistert worden. Daran sollten wir anknüpfen. Wir müssen zu wirtschaftlichen Fragen noch deutlicher Stellung beziehen. Dazu sind wir personell auch bestens aufgestellt. Mit unseren Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers, Roland Koch und Christian Wulff, aber auch im Deutschen Bundestag über unseren Wirtschaftsflügel mit Michael Fuchs, Steffen Kampeter und Norbert Röttgen.

Aber ist die Stelle beim Wirtschaftsflügel in Wahrheit nicht doch vakant, seit sich Friedrich Merz zurückgezogen hat?

Niemand ist unersetzlich in der Politik, obwohl ich viel von ihm halte. Wichtig ist, dass wir Themen auch mit Personen verknüpfen. So, wie uns das in der Familienpolitik mit Ursula von der Leyen gelungen ist, muss es auch im Bereich Wirtschaft gelingen. Das müssen Personen sein, die in der Lage sind, unser Programm glaubhaft darzustellen. Die, die ich gerade genannt habe, sind allesamt dazu in der Lage.

Seite 1:

„Für Konjunkturprogramme ist es viel zu früh“

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%