Interview
Stoiber will Gehälter der Arbeitnehmervertreter wissen

Der CSU-Vorsitzende und bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber fordert auch für Gewerkschaftsführer und Betriebsratschefs in großen Unternehmen eine Pflicht zur Offenlegung ihrer Einkünfte.

HB MÜNCHEN. "Auch Betriebsratsvorsitzende in großen Unternehmen und Gewerkschaftsführer sollten ihre Bezüge offen legen, damit man weiß: Gibt es da irgendwelche Interessenkonflikte?", sagte Stoiber dem "Stern". Die Veröffentlichungspflicht solle nicht nur für Manager gelten. Stoiber stützte damit eine Forderung des potenziellen Koalitionspartners FDP.

Auf Betreiben der Bundesregierung hatte der Bundestag kürzlich ein Gesetz erlassen, das börsennotierte deutsche Aktiengesellschaften verpflichtet, die Bezüge ihrer Vorstände einzeln offenzulegen. Verhindern können die AGs das nur, wenn die Aktionäre mit Drei-Viertel-Mehrheit dafür stimmen, dass die Zahlen unter Verschluss bleiben.

Stoiber kritisierte auch, dass Daimler-Chrysler-Manager nach dem Abgang von Konzernchef Jürgen Schrempp Kasse gemacht haben. "Mir gefällt es auch nicht, wenn Manager eine Phase der Unruhe für sich persönlich ausnutzen und plötzlich Aktienoptionen verkaufen wie bei Daimler-Chrysler und Millionen-Gewinne erzielen", meinte Stoiber. "In Deutschland muss das Prinzip wieder gelten: So etwas tut man nicht."

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