_

Investitionspaket: Kommunen rufen Milliarden aus dem Konjunkturpaket ab

Nach einem schleppenden Beginn gewinnt das kommunale Investitionspaket des Bundes und der Länder Fahrt. Knapp drei Viertel der Bundesmittel sind verplant, Länder und Kommunen haben rund 29 000 Vorhaben angeschoben. Vor allem Gebäude und Straßen sollen saniert werden.

Schlaglöcher sind auf Deutschlands Straßen keine Seltenheit. So wird ein großer Teil des Investitionspaketes in den Straßenbau fließen. Quelle: dpa
Schlaglöcher sind auf Deutschlands Straßen keine Seltenheit. So wird ein großer Teil des Investitionspaketes in den Straßenbau fließen. Quelle: dpa

BERLIN. Das Bundesfinanzministerium bestätigte am Wochenende die Existenz eines internen Berichtes, nach dem die Gelder aus dem Konjunkturpaket II inzwischen zu drei Vierteln verplant sind. In der aktuellen Übersicht heißt es, Länder und Kommunen hätten rund 29 000 Vorhaben mit einem Investitionsvolumen „von elf Milliarden Euro angeschoben“. Damit seien zum Stichtag 15. November 7,36 Milliarden Euro oder „knapp drei Viertel der Bundesmittel in laufenden Vorhaben gebunden“. Mitte August war erst knapp die Hälfte der Bundesmittel verplant.

Anzeige

Der Bund stellt den Kommunen zehn Mrd. Euro zur Verfügung. Die Länder erhalten zwischen 2,1 Mrd. (Nordrhein-Westfalen) und 88 Mio. Euro (Bremen). Je nach Landesgesetz stellen Kommunen Anträge oder leiten nach Abschluss einer Maßnahme die Rechnung an das Land weiter, die dann in der Regel zu drei Vierteln vom Bund und einem Viertel vom Land beglichen werden. So umfasst das Paket 13,3 Milliarden Euro bis Ende 2011.

Die Wirkung steht allerdings infrage. Bislang musste das Geld zusätzlich zu von Ländern und Kommunen bereits geplanten Investitionen eingesetzt werden. Inzwischen wird allerdings erwogen, diese „Zusätzlichkeitsklausel“ auszusetzen: Auf diesem Wege überlegt die neue Bundesregierung, die Länder für das vom Bundestag am Freitag beschlossene „Wachstumsbeschleunigungsgesetz“ zu gewinnen.

Mit dem kommunalen Investitionsprogramm sollen vor allem Gebäude und Straßen saniert werden. 41,5 Prozent der gemeldeten Vorhaben beziehen sich laut Ministerium daher auf Schulen, 11,9 Prozent sind es bei den Hochschulen. Acht Prozent der Maßnahmen betreffen Krankenhäuser, 7,7 Prozent Kindertagesstätten.

  • Die aktuellen Top-Themen
Die Linke: Ulrich Maurer greift Parteispitze an

Ulrich Maurer greift Parteispitze an

In der Linken mehrt sich der Protest gegen die Parteispitze und den Zustand der Partei. Fraktionsvize Ulrich Mauer fordert eine radikale Verjüngungskur - und mehr Frauen. Denn in diesem Punkt hapert es gewaltig.

Gastkommentar: Die CDU muss weiter nach links rücken

Die CDU muss weiter nach links rücken

Nach der NRW-Wahl muss die Union neue Prioritäten setzen: Sie muss auf die Sorgen der Menschen reagieren. Sonst verliert sie noch mehr Vertrauen - und ihren Status als Volkspartei.

Studie: Bei Übernahmeschlachten gewinnt der Verlierer

Bei Übernahmeschlachten gewinnt der Verlierer

Wenn zwei Unternehmen um ein anderes streiten, bedeutet das oft nicht Gutes für den Gewinner. Denn bei Übernahmen können die Sieger die Erwartungen oft nicht erfüllen. Profiteur ist - der Verlierer.