Investitionsschwäche
SPD will Abschreibungen erleichtern

SPD-Politiker Hubertus Heil will die Bedingungen für Abschreibungen auf Investitionen verbessern. Dazu würde er auch auf Mittel des Euro-Rettungsfonds zurückgreifen – Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble lehnt das ab.
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BerlinSPD-Fraktionsvize Hubertus Heil hat zur Mobilisierung von mehr privaten Investitionen bessere Abschreibungsbedingungen für die Unternehmen ins Gespräch gebracht. „Ich finde, dass wir die Debatte darüber mit offenem Visier führen sollten“, sagte Heil am Montag vor Journalisten.

Man könne die Abschreibungen auf Ausrüstungsinvestitionen generell verbessern oder diese Vergünstigungen etwa auf Investitionen in der Informationstechnik konzentrieren. Auf europäischer Ebene wollte Heil einen Rückgriff auf Mittel des Euro-Rettungsfonds ESM grundsätzlich nicht gänzlich ausschließen, um damit Investitionen anzureizen.

Diesen Weg hat der neue EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker vorgeschlagen, Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble lehnt dies aber ab. Derzeit hält Heil bessere Abschreibungsmöglichkeiten vor allem wegen der Investitionsschwäche in Deutschland für überlegenswert.

Es könne aber auch eine Lage eintreten, wo die konjunkturelle Entwicklung das erfordern könnte. Allerdings sehe er derzeit zwar eine schwächere Wachstumsentwicklung, aber noch keine Rezession heraufziehen. Es bestehe kein Anlass zu Angst und Panik, sagte er.

Heil kritisierte Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU), der den von der Koalition angestrebten Ausbau der Stromnetze infrage gestellt hatte. Sollte sich Seehofer durchsetzen, drohten in Bayern und Süddeutschland höhere Strompreise, sagte der SPD-Politiker.

Er forderte von Seehofer, sich an die Vereinbarungen in der Koalition zu diesem Thema zu halten. „Man kann mit uns über das Wie reden, was den Netzausbau betrifft“, sagte er, nicht aber über das Ob.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Investitionsschwäche: SPD will Abschreibungen erleichtern"

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  • "Abschreibung" ist nun warlich kein Königsweg
    Ein Gebäude wird in 25 Jahren abgechrieben, hält aber locker 100 Jahre. Ein Investor kann also vier Mal steuermindernd investieren, während ein normaler Häuslebauer den steuerlichen Vorteil ein Mal in seinem Leben nutzt.
    Hier kann sich Jeder leicht ausrechnen, wer von Beiden die Recourcen schont (Stichwort "eingebauter Verfall" = Obsoleszenz) und gleichzeitig das steuerliche Einkommen ds Staaes steigert - und zwar überproportional. Letzteres betrifft gerade private Haushalte mit dieser steuerlichen Benachteiligung.

  • Klaro, unser Finanzminister unterstützt gerne das Großkapital, die KMU interessieren ihn nicht die Bohne. Nee, stimmt auch nicht ganz, steuerlich abgezockt werden die KMU gerne, weil diese sich halt nicht wehren können. So ist er nun einmal unser Herr Finanzminister.

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