Investitionsstandort
Inder für Osten

Die Bundesregierung will indische Investoren in die neuen Bundesländer locken - allerdings nicht, ohne dem Osten vorher eine Lektion in Sachen Gastfreundschaft zu erteilen.

HB BERLIN. Die Bundesregierung will verstärkt indische Investoren nach Ostdeutschland locken. Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) als Beauftragter für die neuen Länder gab sich am Mittwoch in Berlin zuversichtlich, dass die bisherige Zahl von rund 20 Unternehmen mit rund 2 000 Arbeitsplätzen in den neuen Ländern „in drei, vier, fünf Jahren verdoppelt“ werden könne. Allerdings müssten auch „Befürchtungen und Vorurteile ausgeräumt“ werden, sagte er.



Tiefensees Staatssekretär Engelbert Lütke Daldrup will in der kommenden Woche unter anderem Neu-Delhi und Bombay besuchen und dort eine Studie der Wirtschaftsberatungsgesellschaft KPMG präsentieren, der zufolge gerade indische Investoren in den neuen Ländern auf ausgezeichnete Bedingungen treffen. Tiefensee nannte insbesondere die IT-Branche, Pharma-, Auto und Maschinenbauindustrie sowie erneuerbare Energien. Teil der Delegation seien indische Manager, die bereits gute Erfahrungen in den neuen Ländern gesammelt hätten.



Laut KPMG investiert Indien derzeit doppelt so stark im Ausland wie etwa China und wendet sich angesichts der schwindenden Margen im Dollarraum nun Europa zu. Allerdings stehe Ostdeutschland in starker Konkurrenz zu den übrigen osteuropäischen Ländern, was zahlreiche Investitionen in Ungarn zeigten.



Auf die Frage, wie indische Investoren auf ausländerfeindliche Aktivitäten reagierten, die sich etwa bei der Hetzjagd 2007 im sächsischen Mügeln auch gegen Inder richteten, sagte Tiefensee, diese Probleme seien in Indien bekannt und man werde sie auf der Reise „offensiv und transparent“ angehen. Aber auch in den neuen Ländern müsse in Sachen Gastfreundschaft noch einiges getan werden.

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