Irak-Geiseln
Deutscher Islamrat appelliert an Kidnapper

Im Fall der im Irak entführten Deutschen hat sich nun auch der Islamrat für Deutschland eingeschaltet. Vorsitzender Ali Kizilkaya sendete eine klare Botschaft an die Kidnapper.

HB BERLIN. Kizilkaya sagte der Zeitung „Bild am Sonntag“, die Entführung habe mit dem Wesen der Religion nichts zu tun und finde auch im Koran keine Rechtfertigung. „Ich appelliere im Namen der Menschlichkeit an die Entführer: Lasst die unschuldigen Geiseln unverzüglich frei“, sagte er dem Blatt.

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble bekräftigte unterdessen mit Blick auf das islamistische Drohvideo vom vergangenen Wochenende, dass sich Deutschland nicht von Terroristen erpressen lasse.

Militante Islamisten zielten darauf, die freiheitlichen Gesellschaften in ihrer Willensbildung zu beeinflussen, sagte Schäuble in einem Interview des Deutschlandfunks. „Und genau das, das muss man ihnen klar machen, werden sie nicht erreichen“, erklärte der Minister.

Drohbotschaften wie die vor einigen Tagen müssten ernst genommen werden. Es mache aber keinen Sinn, deswegen in öffentliche Hysterie zu verfallen. In dem Drohvideo hatten Islamisten Deutschland aufgefordert, seine rund 3000 Soldaten aus Afghanistan abzuziehen.

Hannelore Krause und ihre Sohn Sinan waren am 6. Februar im Irak verschleppt worden. Ihre Entführer hatten Samstag vor einer Woche in einem Internet-Video mit der Ermordung der Geiseln gedroht, falls die Bundeswehr nicht binnen zehn Tagen mit dem Abzug aus Afghanistan beginne.

Die Bundesregierung erklärte daraufhin, sie bemühe sich weiter intensiv um die Freilassung der beiden Deutschen, lasse sich aber nicht erpressen. Auch Bundespräsident Horst Köhler und die nächsten Familienangehörigen riefen die Entführer auf, ihre Geiseln freizulassen.

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