IS-Kämpfer und deutsche Soldaten
„Bundeswehr darf kein ,Ausbildungscamp für Islamisten' werden“

Mehr als 20 ehemalige Bundeswehrsoldaten sollen mittlerweile für die IS-Miliz kämpfen. Um einen Missbrauch der Bundeswehr als Trainingscamp für Islamisten zu verhindern, sollen Bewerber nun schärfer geprüft werden.
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BerlinDie Bundeswehr will auf Erkenntnisse über deutsche Ex-Soldaten in den Reihen der Dschihadisten-Miliz Islamischer Staat (IS) reagieren. Es müsse darüber geredet werden, ob Bewerber für die Bundeswehr künftig schärfer auf extremistische Tendenzen geprüft werden müssten, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Montag in Berlin. „Jeder Einzelfall ist einer zu viel“, fügte er hinzu.

Das Ministerium reagierte damit auf eine Warnung des Präsidenten des Militärischen Abschirmdiensts (MAD), Christof Gramm. Der Chef des Bundeswehrgeheimdiensts hatte in der Welt davon gesprochen, dass mehr als 20 ehemalige Bundeswehrsoldaten in den Reihen der IS-Miliz in Syrien und im Irak vermutet würden. Er sehe das Risiko, dass die Bundeswehr „als Ausbildungscamp für gewaltbereite Islamisten missbraucht werden“ könne.

Zurückhaltend reagierte das Ministerium auf Gramms Forderung, den MAD künftig Bewerber für die Bundeswehr überprüfen zu lassen. Schärfere Kontrollen müssten rechtlich möglich und in der Praxis handhabbar sein, sagte der Ministeriumssprecher. Bei manchen Laufbahnen bei der Bundeswehr übersteige die Zahl der Bewerber jene der Stellen um das Fünf- bis Zehnfache. Hier könnten nicht alle Bewerber vorab durchleuchtet werden.

Prinzipiell habe die Bundeswehr extremistische Tendenzen im Blick. „Für uns gilt es, im 360-Grad-Radar zu schauen“, sagte der Sprecher. Das beziehe sich auch auf Rechts- und Linksextremismus. Bereits jetzt gebe es Sicherheitsprüfungen etwa durch Vorlage eines polizeilichen Führungszeugnisses.

Die SPD lehnte eine umfassende Überprüfung von Bundeswehrbewerbern durch den MAD ab. Der Dienst solle zuständig bleiben für Soldaten innerhalb der Truppe, „nicht aber zusätzlich im Vorfeld Bewerber durchleuchten“, sagte der SPD-Wehrexperte Rainer Arnold (SPD) der Berliner Zeitung (Montagsausgabe). Der MAD könne nicht flächig alle Soldaten nach den höchsten Sicherheitskriterien der Nato überprüfen.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " IS-Kämpfer und deutsche Soldaten: „Bundeswehr darf kein ,Ausbildungscamp für Islamisten' werden“"

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  • Auch der Islam-Terrorist braucht Kindergärten, läuft doch alles richtig.

  • Meine Güte, man kann sich nur noch abwenden!

    Funktioniert in diesem Staat eigentlich einmal wirklich was???? Nein, erst wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, dann, ups da hätte man auch vorher daran denken können!!!

    Kann BÜRGER nicht davon ausgehen, dass Bewerber für die Bundeswehr bis auf die Knochen überprüft werden? Genau so wie es für die Polizei doch hoffentlich der Fall ist, oder?

    Als Bürger dieses Landes fühle ich mich jeden Tag aufs Neue betrogen!
    Was bitte arbeiten diese überbezahlten vielen Abgeordneten den ganzen Tag?

  • Warum will man gegen Islamisten vorgehen, wenn Christen, wie Gauck und Merkel diese gewissenlos, hemmungslos unterstützen? Wer hat den Protest dieser Personen gegen die taten des Islams gehört? Warum wollen diese Leute immer noch: "Tötet Anderrsgläubige"!!!!!!!!!!!!

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