Islam-Konferenz
Moslemische Dachverbände sind verärgert

Mehrere islamische Dachverbände haben die Zusammensetzung der geplanten Deutschen Islam Konferenz kritisiert.

HB BERLIN. „Die Dachverbände sind unterrepräsentiert“, sagte der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Axel Ayyub Köhler, der „Welt am Sonntag“ nach Vorabbericht. „Mit der Einladung trifft das Ministerium nicht den Querschnitt der Muslime in Deutschland“, sagte Ali Kizilkaya vom Islamrat. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) plant für den 27. September in Berlin eine Islam-Konferenz. Sie soll einen Verhandlungsprozess starten, an dessen Ende ein Gesellschaftsvertrag geschlossen werden soll.

Das Blatt berichtet unter Berufung auf Regierungskreise, dass auf moslemischer Seite neben zehn Einzelpersonen, die vorwiegend säkular-liberale Positionen vertreten, nur fünf Vertreter islamischer Dachverbände eingeladen worden sind. Die islamischen Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG) dürfe nicht an der Konferenz teilnehmen. Allerdings werde der von der IGMG dominierte Islamrat eingeladen. Eine Rede dürfe der Verbandsvorsitzende Kizilkaya jedoch nicht halten. „Der Islamrat als eine der größten Organisationen sollte das Recht auf eine Rede haben“, sagte Kizilkaya.

Weiter schreibt die Zeitung, die moslemischen Dachverbände seien verärgert, weil die Konferenz zu Beginn des islamischen Fastenmonats Ramadan stattfinde. Gläubige dürfen tagsüber weder essen noch trinken. Auf dem Einladungsschreiben jedoch, das die Tagesordnung auflistet, schreibt das Innenministerium zum Ende der Veranstaltung: „Im Anschluss besteht die Möglichkeit zu einem gemeinsamen Imbiss.“

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