Islamismus in Deutschland
Jung, deutsch, männlich, Gotteskrieger

Im Kinderzimmer radikalisiert, in der Schule gescheitert, ohne Rückhalt bei Familie und Freunden: 400 meist junge, deutsche Männer sind ausgereist, um sich der IS-Miliz anzuschließen – und zu töten. Was treibt sie an?
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DüsseldorfEr hieß Philip, ging zur Berufsschule, fuhr in seiner Freizeit Pizza aus und spielte Fußball – beim SuS 09 in seiner Heimatstadt Dinslaken, am tiefsten Niederrhein. Dort, wo die Welt eigentlich noch in Ordnung sein sollte. Doch der junge Mann war der Welt, die er kannte und die ihn kannte, längst entglitten. Der 26-Jährige ist tot. Er starb nicht als Philip Bergner, als der er geboren wurde, sondern als Abu Usama al-Almani.

Der Berufsschüler sprengte sich im vergangenen Sommer nahe der irakischen Stadt Mossul in die Luft. Er hatte ein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug in eine Stellung der kurdischen Peschmerga gefahren. Mindestens 20 Menschen riss er mit in den Tod.

Erst Mitte Juli hat sich in Bagdad ebenfalls ein Islamist aus Deutschland in die Luft gesprengt und dabei 27 Menschen getötet. Er stammte aus Ennepetal in Nordrhein-Westfalen. Die Familie des 21-Jährigen, der sich nur noch Abu al-Kaakaa al-Almani nannte, habe die Todesnachricht aus dem Irak per Telefon erhalten, berichtete das Nachrichtenportal „Der Westen“. Am 28. Juli verübte laut der „Süddeutschen Zeitung” ein als Abu Ayyub Al Maghrebi vorgestellter junger Mann aus Deutschland einen Selbstmordanschlag im irakischen Ramadi. Der Attentäter hatte in einem Video erklärt: „Ich möchte meinen Geschwistern und speziell denjenigen im Westen sagen: ,Zieht aus, zieht aus zum Dschihad und zu eurem Staat!’” 

Philip und der beiden anderen jungen Männer aus NRW sind keine Einzelfälle. Bei mindestens acht Selbstmordattentaten in Syrien und dem Irak waren die Attentäter junge Deutsche. Mehr als 200 Menschen kamen dabei ums Leben. Schätzungen zufolge kämpfen rund 9000 Ausländer in Syrien für den Islamischen Staat (IS), darunter etwa 3000 aus Westeuropa, 15.000 sind es weltweit – aus 81 Nationen. Deutsche Sicherheitsbehörden gehen von weit mehr als 400 Ausreisen von Islamisten aus Deutschland mit meist salafistischem Hintergrund in Richtung Syrien und Irak aus.

Befürchtet wird zudem eine hohe Zahl von nicht entdeckten Ausreisen. 130 Kämpfer aus Deutschland seien außerdem bereits wieder aus Syrien zurückgekehrt. Auch wenn es keine konkreten Hinweise auf Anschlagsplanungen gebe, gehe von ihnen eine Gefährdung aus. In Stuttgart stehen derzeit drei Männer vor Gericht, denen Mitgliedschaft beziehungsweise Unterstützung des IS vorgeworfen wird.

Drei Merkmale sind den meisten, die in den vermeintlichen „Gotteskrieg“ ausreisen, gemein: Sie sind jung und männlich – und sie sind deutsch. Das ergeben laut Michael Kiefer, Islamwissenschaftler und Postdoc am Zentrum für Interkulturelle Islamstudien an der Universität Osnabrück, die vom Verfassungsschutz ausgewerteten 378 Fälle: Der Großteil ist zwischen 18 und 25 Jahre alt. Der jüngste, von dem Kiefer weiß, war 14 Jahre jung, als er in den Dschihad zog.

Frauen sind auch darunter, wenn auch in der deutlichen Unterzahl: „Frauen reisen auch nicht als Kämpferinnen oder für Bombenattentate in das Kriegsgebiet, sondern werden dort als Logistikerinnen und für die Organisation der Rückzugsräume eingesetzt“, sagt Kiefer.

Der Leiter des nordrhein-westfälischen Landesverfassungsschutzes, Burkhard Freier, schätzt die Zahl der ausgereisten Frauen aus NRW auf etwa 25. „Diese Frauen sind sehr jung, jünger als die Männer. Sie sind zwischen 16 und 20“, sagte der der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.

Vor einigen Monaten hatte der Fall einer 16-jährigen Gymnasiastin aus Konstanz Aufsehen erregt. Sie war heimlich über die Türkei in ein Ausbildungslager in Syrien gereist. Diese Mädchen hockten vorher vor ihrem PC und betrachteten die jungen Männer im Kampf und fühlten sich von den Bildern und Ideen angezogen – sie lassen sich von Videos, Blogs und Facebook-Einträgen von anderen Frauen aus dem Herrschaftsbereich der Terrormiliz anlocken. Experten nennen das „Kinderzimmerradikalisierung“. Hinzu kommt sehr häufig laut dem Verfassungsschutz eine Art Protestkultur und der Wunsch, sich von der eigenen Familie abzugrenzen.

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  • Es mag so klingen als wären das alles Deutsche, aber die Meisten davon hatten schon vorher Namen wie Yussuf und Ali.

    Aber gerade Deutsche ohne islamischen Familienhintergrund eignen sich eigentlich nur als Kanonenfutter.

    Die Prägung der Religion erfolgt als Kind und Konvertiten die zu alt sind werden niemals bedingungslos den richtigen Glauben haben.

  • Die jungen "Deutschen" dürfen zum allergrössten Teil Ali, Yussuf, Mohammed oder ähnlich heissen. Auch wenn mal ein Philipp dabei war. Sie stammen aus kinderreichen Familien, denn Kinder machen geht schnell, macht Spaß und bringt Kindergeld. Erzogen werden sie auf der Strasse, denn der Papa hat keinen Bock auf Kindererziehung, ist vielleicht eh schon wieder weitergezogen, und die Mama ist überfordert und hat den Söhnen ohnehin nichts zu sagen. Und auf der Strasse hängen sie ab, pöbeln rum, schlagen dann mal ein paar "Opfer" zusammen, kriegen 2 Jahre Bewährung, und dann wird das zu langweilig. Dann sucht man den "Kick". Dann geht man halt "Ungläubige" abknallen, oder gleich schächten. Schuld sind natürlich wir "echten" Deutschen, weil wir diese lieben und netten Menschen nicht integriert haben.

  • Vielleicht findet sich noch so ein Photo von einem nordisch
    aussehenden Islam-Kämpfer.
    Dann heißt der Artikel. Alle Islamisten sind Deutsche.

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