Islamkonferenz: Union: SPD wiegelt Muslime auf

Islamkonferenz
Union: SPD wiegelt Muslime auf

Die Union hat die SPD wegen des Boykottaufrufs zur Islamkonferenz scharf attackiert. Es gehe den Sozialdemokraten nur um "politischen Krawall". Selbst Grünen-Chef Özdemir warnt vor einem Boykott der Gespräche.
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BerlinCSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt sagte, die SPD betreibe ein „schamloses Aufwiegeln der Muslime gegen die Bundesregierung“, sagte Dobrindt am Mittwoch nach Angaben seiner Partei. Der CSU-Generalsekretär weiter: „Wir werden nicht zulassen, dass die SPD den richtigen Weg der Islamkonferenz aus politischem Kalkül kaputtmacht.“

„Die SPD hat kein Interesse an Integration, sondern an parteipolitischem Krawall“, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der CSU, Stefan Müller, am Mittwoch in Berlin. „Wer die Meinung anderer nicht ertragen kann und zum Abbruch der Gespräche aufruft, demaskiert sich als intolerant und macht in verantwortungsloser Weise Stimmung“, kritisierte er. Müller betonte, Boykott löse keine Probleme. „Boykott ist destruktiv und schadet dem Dialog zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen in Deutschland.“ Die SPD dokumentiere mit ihrem Vorstoß, wie wenig ernst sie die Islamkonferenz und die Beteiligten der Runde nehme.

Nach den Kontroversen bei der Islamkonferenz am Dienstag in Berlin hatte die SPD die Muslime zum Boykott der Runde aufgerufen. Die Integrationsbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, Aydan Özoguz, sagte, die Muslime sollten an der Konferenz nicht mehr teilnehmen, bis ein anderer Gastgeber die Runde führe. Der neue Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) hatte die Konferenz zum ersten Mal geleitet und mit mehreren Äußerungen für Unmut bei einigen Vertretern am Tisch gesorgt. Muslimische Verbände
nahmen den Minister jedoch in Schutz und bezeichneten die Empörung als überzogen.

CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe hält den Boykottaufruf der SPD zur Deutschen Islamkonferenz für unsäglich. Die Sozialdemokraten leisteten dem wichtigen Anliegen der Konferenz damit einen Bärendienst, sagte Gröhe am Mittwoch in Berlin. „Gerade
bei Meinungsverschiedenheiten gilt: Wir brauchen mehr Gespräche, nicht weniger.“

Der neue Integrationsbeauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Michael Frieser, sagte: „Wer zum Boykott dieser europaweit einmaligen und bewährten Dialog-Plattform aufruft, der kocht sein parteipolitisches Süppchen und hat sich in Fragen der Integration disqualifiziert."

Selbst Grünen-Chef Cem Özdemir hält den Boykottaufruf der SPD zur Deutschen Islamkonferenz für unklug. Ein Boykott wäre der falsche Weg, sagte Özdemir am Mittwoch in Berlin. „Was wir brauchen ist ein glaubwürdiger Neustart.“ Özdemir beklagteallerdings auch, Friedrich sei „gerade dabei, die Islamkonferenz mit Karacho in den Sand zu setzen“. Damit gefährde der Minister wichtige Fortschritte in der Integrationspolitik.

Der Grünen-Politiker appellierte an den neuen Ressortchef, die richtigen Prioritäten zu setzen. Dazu gehörten Fragen wie Religionsunterricht, islamische Theologie an Hochschulen, die Ausbildung von Imamen, aber die Radikalisierung von Jugendlichen und Islamfeindlichkeit. Sicherheitsfragen stünden allerdings ohnehin schon auf der Agenda der Islamkonferenz.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Weltanschauungs- statt Islamkonferenz!

    Auch ich finde - wie die SPD - dass die Muslime die "Islamkonferenz" boykottieren sollten.
    Denn Tatsache ist (nach Bevölkerungsumfragen), dass in Deutschland nur kleine Minderheiten existieren, die sich "Christen" oder "Muslime" nennen und dass es weitere - nach den Menschenrechten völlig gleichberechtigte! - ca. 4000 andere religiöse und nichtreligiöse Weltanschauungen gibt. Darum ist eine "Islamkonferenz" völlig absurd und extrem ungerecht. Sinnvoll ist alleine, eine "Weltanschauungskonferenz" abzuhalten, in der es nur darum gehen kann, wie es auf der Basis der Menschenrechte gelingen kann, ein friedliches Miteinander der Menschen unterschiedlicher Weltanschauungen zu ermöglichen.

    Dies ist nur machbar, wenn in Deutschland alle menschenrechtswidrigen Bevorzugungen irgendeiner Weltanschauung abgeschafft werden, z.B. Gottesbezug im Grundgesetz, Religionsunterricht an öffentlichen Schulen, Kirchensteuer und insbesondere sämtliche staatliche christlichen Feiertage - dies entspräche übrigens auch der christlichen Nächstenliebe, welche inhaltlich genauso lautet wie die Grundregel der Menschenrechte: "Was du nicht willst, das mit dir antut (hier: dass Menschen anderer Weltanschauung dir gegenüber bevorzugt werden), das füg' auch nicht anderen zu!"

  • Minarette-Silhouette! Germany - New Age!

  • Wessen Geistes Kind die Grünen und Sozis sind ist längst bekannt!

    Joschka Fischer:
    „Deutschland muss von außen eingehegt, und von innen durch Zustrom heterogenisiert, quasi verdünnt werden. ”
    Jürgen Trittin: „Deutschland verschwindet jeden Tag immer mehr, und das finde ich einfach großartig.”
    Daniel Cohn-Bendit: “Wir, die Grünen, müssen dafür sorgen, so viele Ausländer wie möglich nach Deutschland zu holen. Wenn sie in Deutschland sind, müssen wir für ihr Wahlrecht kämpfen.
    Wenn wir das erreicht haben, werden wir den Stimmenanteil haben, den wir brauchen, um diese Republik zu verändern.”
    Claudia Roth: “Deutsche sind Nichtmigranten, mehr nicht!”
    Grünenvorstand, München:
    „Es geht nicht um Recht oder Unrecht in der Einwanderungsdebatte, uns geht es zuerst um die Zurückdrängung des deutschen Bevölkerungsanteils in diesem Land.”

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