IT-Bereich

Kreative brauchen Freiheit

Personal-Vorstände fordern mehr Flexibilität für die digitale Arbeitswelt. Denn die Sorge ist groß, dass kreative Spitzenkräfte nicht auf Normalarbeitsplätzen einsetzbar sind.
BMW hat den i3 mit einem eigenen Arbeitsregime in einer separaten Zone entwickelt. So etwas wünschen sich Personalvorstände diverser Dax-Konzerne besonders für den IT-Bereich. Quelle: dpa
Eine Plattform für Experimente

BMW hat den i3 mit einem eigenen Arbeitsregime in einer separaten Zone entwickelt. So etwas wünschen sich Personalvorstände diverser Dax-Konzerne besonders für den IT-Bereich.

(Foto: dpa)

BerlinDie Personalvorstände diverser Dax-Konzerne fordern mehr Freiheit für die Arbeitsverhältnisse im IT-Bereich. Denn nur mit einer viel flexibleren Gestaltung der Arbeitsorganisation könne die deutsche Wirtschaft die Herausforderung der Digitalisierung meistern, plädieren die Personaler, die dem Kanzleramt dazu ein Empfehlungspapier übergeben haben.

„Wir müssen jetzt gestalten, wie wir zukünftig arbeiten möchten“, erklärte der Bertelsmann-Personalvorstand Immanuel Hermreck bei der Vorstellung des Papiers. Und neben der Qualifikation „wird auch Flexibilität sowie Freiräume für die Arbeitsorganisation immer entscheidender“. Neben dem Angestelltenverhältnis würden verschiedenste Formen der Arbeit wichtiger, beispielsweise die Selbstständigkeit oder die Freiwilligenarbeit. Hermreck ist Teil des Kreises, dem auch Personalvorstände von Metro, Deutscher Telekom, Bayer, Deutsche Post, Siemens, Beiersdorf, VW SAP, Münchner Rück oder Lufthansa angehören koordiniert von der nationalen Akademie für Technikwissenschaften Acatech.

Diese Jobs haben Zukunft
Intelligente Autos brauchen IT-Experten und Ingenieure
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Längst werden autonom steuernde Fahrzeuge getestet und auch im offenen Verkehr erprobt. Die Zukunft auf der Straße gehört intelligenten Smart Cars. In der Automobilindustrie werden deswegen nicht nur verstärkt Fahrzeugbauingenieure gesucht, sondern immer mehr IT-Experten benötigt. Während Ingenieure hier als Berufseinsteiger bei über 61.000 Euro beginnen, starten IT-Experten mit etwa 58.000 Euro.

Cybersicherheit – IT-Security wichtiger denn je
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Hackerangriffe auf Bankkonten, Sicherheitsbehörden und Unternehmen haben in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Durch die elektronische Vernetzung des Alltags erhalten Internetkriminelle immer mehr Angriffsfläche. IT-Sicherheitsexperten und Mathematiker müssen nicht nur Systemlücken schließen, sondern auch neue Verschlüsselungsmethoden entwickeln. Mathematiker in der IT-Branche beginnen mit etwa 49.000 Euro im Jahr, hochqualifizierte IT-Security-Spezialisten kommen auf über 53.000 Euro Einstiegsgehalt.

High-Speed-Versand: Logistiker gesucht
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Per Mausklick bestellen und noch am selben Tag die Lieferung erhalten – was noch vor einigen Jahren kaum möglich war, ist heute mit „Same-Day-Delivery“ Realität. Dieser Service setzt ein ausgeklügeltes Logistiksystem voraus, bei denen Prozesse bis aufs kleinste Detail durchdacht werden. Hierfür werden Supply-Chain-Manager benötigt. Die Jobaussichten für die Logistikexperten sind sehr gut, und ihr Gehalt liegt anfangs bei 47.000 Euro.

Experten für Suchmaschinen
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Die Auffindbarkeit eines Unternehmens im Internet ist für viele Firmen existenzrelevant – vor allem im Onlinehandel, dem Netzjournalismus oder Dienstleistungsgewerbe. Auch in 2016 spielen SEO-Experten für Suchmaschinenoptimierung eine relevante Rolle. Berufsanfänger starten mit rund 36.000 Euro.

Digitales Marketing und Online-Kommunikation
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Erfolgreiches Wirtschaften im Internet erfordert neben Entwicklern auch Experten im Online Marketing und der Kommunikation. Online Marketing-, PR- und Social Media-Manager transportieren die Botschaften und Marken ins Digitale, was auch ein gewisses technisches Know-How erfordert. Alle drei Berufe starten auf vergleichsweise niedrigem Niveau bei etwa 35.000 Euro.

Pflegemanagement – vom Altenpfleger bis zum Geschäftsführer
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Aufgrund der alternden Gesellschaft werden Pflegeberufe immer wichtiger. „Wir beobachten seit ein paar Jahren, dass es im Pflegebereich immer mehr Stellen gibt. Leider befinden sich die Gehälter auf einem eher geringen Niveau“, sagt Dr. Philip Bierbach, Geschäftsführer von Gehalt.de. Derzeit bekommt ein frisch ausgebildeter Altenpfleger 27.000 Euro im Jahr.

Methodik
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Das Vergleichsportal Gehalt.de ermittelte Trendberufe für das Jahr 2016. Bei der Gehaltsanalyse wurden ausschließlich Daten von Berufsanfängern mit bis zu drei Jahren Erfahrung berücksichtigt. Die Gehaltsangaben stammen aus Unternehmen unterschiedlicher Größenordnungen.

Die Personal-Verantwortlichen sorgen sich, dass sie die kreativen Spitzenkräfte, die sie für die Digitalisierung dringend brauchen, nicht auf Normalarbeitsplätzen einsetzen können: „Sie brauchen eine andere Arbeitsumgebung, andere Arbeitszeitmodelle und eine andere Kommunikation“, ist etwa Telekom-Personalvorstand Christian Illek überzeugt. Deshalb bräuchten gerade die großen Unternehmen im Arbeitsrecht „eine Plattform für Experimente“, forderte Illek. Hier müsse es möglich sein, Regeln für Arbeitszeit und –rot für eine Weile außer Kraft zu setzen, um in Absprache mit den Mitarbeitern neue, kreativere Formen auszuprobieren. So „hat etwa BMW den i3 in einer eigenen Zone
Entwickelt, mit ganz eigenen Arbeitsregime“, sagte Thomas Sattelberger, Ex-Personalvorstand der Telekom, bei der Vorstellung. Er fordert so etwas wie „Sonderwirtschaftszonen im Arbeitsrecht“ speziell für die Digitalisierung.

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