IT-Bereich
Kreative brauchen Freiheit

Personal-Vorstände fordern mehr Flexibilität für die digitale Arbeitswelt. Denn die Sorge ist groß, dass kreative Spitzenkräfte nicht auf Normalarbeitsplätzen einsetzbar sind.

BerlinDie Personalvorstände diverser Dax-Konzerne fordern mehr Freiheit für die Arbeitsverhältnisse im IT-Bereich. Denn nur mit einer viel flexibleren Gestaltung der Arbeitsorganisation könne die deutsche Wirtschaft die Herausforderung der Digitalisierung meistern, plädieren die Personaler, die dem Kanzleramt dazu ein Empfehlungspapier übergeben haben.

„Wir müssen jetzt gestalten, wie wir zukünftig arbeiten möchten“, erklärte der Bertelsmann-Personalvorstand Immanuel Hermreck bei der Vorstellung des Papiers. Und neben der Qualifikation „wird auch Flexibilität sowie Freiräume für die Arbeitsorganisation immer entscheidender“. Neben dem Angestelltenverhältnis würden verschiedenste Formen der Arbeit wichtiger, beispielsweise die Selbstständigkeit oder die Freiwilligenarbeit. Hermreck ist Teil des Kreises, dem auch Personalvorstände von Metro, Deutscher Telekom, Bayer, Deutsche Post, Siemens, Beiersdorf, VW SAP, Münchner Rück oder Lufthansa angehören koordiniert von der nationalen Akademie für Technikwissenschaften Acatech.

Die Personal-Verantwortlichen sorgen sich, dass sie die kreativen Spitzenkräfte, die sie für die Digitalisierung dringend brauchen, nicht auf Normalarbeitsplätzen einsetzen können: „Sie brauchen eine andere Arbeitsumgebung, andere Arbeitszeitmodelle und eine andere Kommunikation“, ist etwa Telekom-Personalvorstand Christian Illek überzeugt. Deshalb bräuchten gerade die großen Unternehmen im Arbeitsrecht „eine Plattform für Experimente“, forderte Illek. Hier müsse es möglich sein, Regeln für Arbeitszeit und –rot für eine Weile außer Kraft zu setzen, um in Absprache mit den Mitarbeitern neue, kreativere Formen auszuprobieren. So „hat etwa BMW den i3 in einer eigenen Zone
Entwickelt, mit ganz eigenen Arbeitsregime“, sagte Thomas Sattelberger, Ex-Personalvorstand der Telekom, bei der Vorstellung. Er fordert so etwas wie „Sonderwirtschaftszonen im Arbeitsrecht“ speziell für die Digitalisierung.

Barbara Gillmann ist Korrespondentin in Berlin.
Barbara Gillmann
Handelsblatt / Korrespondentin
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