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09.12.2007 

Doch das scheint, wie zu hören ist, eher die rühmliche Ausnahme zu sein. Er kenne eine Arbeitsgruppe, die habe sich vor zwei Wochen zum ersten Mal seit Potsdam wieder getroffen, berichtet ein Teilnehmer des letzten Gipfels. „Der erste Gipfel hatte einen entscheidenden Geburtsfehler. Es war nicht klar, ob die Kanzlerin, die Regierung oder die Industrie der Initiator ist“, sagt ein IT-Manager. Diese unklare Situation habe sich quer durch alle Arbeitsgruppen gezogen und zur Folge gehabt, dass Kompetenzen und Aufgaben nicht eindeutig geregelt waren.

Entsprechend bescheiden sind die Ergebnisse. Der von der Wirtschaft geforderte Chief Information Officer (CIO) des Bundes wird zwar kommen. Doch statt eines IT-Chefs soll nun ein Dreier-Gremium eingesetzt werden. SAP-Chef Kagermann hätte anderes bevorzugt. „Der Bundes-CIO sollte ausgesprochene IT-Kompetenz mitbringen und sich zugleich politisch durchsetzen können, auch innerhalb der Bundesregierung“, fordert er. SAG-Chef Streibich kann dem jetzt gewählten Modell aber einiges abgewinnen: „Die Regierung hat den CIO institutionalisiert, nicht personalisiert. Das erhöht signifikant die Überlebenschance und somit das Erfolgspotential und ist aus meiner Sicht deshalb richtig.“

Doch die restliche Ausbeute ist mager. Bei den Leuchtturmprojekten hat sich einzig bei der deutschen Suchmaschine Theseus in den zurückliegenden Monaten etwas getan. Industrie und öffentliche Hand haben 200 Mill. Euro zur Verfügung gestellt, die Arbeit hat begonnen. „Was fehlt, sind neue, erfolgreiche und öffentlichkeitswirksame IKT-Projekte“, weiß auch Streibich.

Geradezu dramatisch hat sich die Situation beim IT-Nachwuchs entwickelt. Auf gut 43 000 schätzt der Bitkom die Zahl der offenen Stellen. Doch geschehen ist seit Potsdam nichts. Die Industrie fordert eine Änderung bei den Zuwanderungs-Regeln. „Eine Hürde ist das nachzuweisende Jahreseinkommen von mindestens 85 000 Euro, die Summe muss halbiert werden“, verlangt Bitkom-Präsident Scheer. Microsoft-Manager Berg ergänzt: „Qualifizierung und Fachkräftemangel gehören zu den wichtigsten und drängendsten Themen für die Branche wie auch den Standort Deutschland.“

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