IT-Gipfel
Merkel macht sich für „grüne IT“ stark

Auf dem IT-Gipfel in Stuttgart konzentriert sich fast alles auf das Thema des zügigen Ausbaus des Breitbandnetzes in Deutschland, die Modernisierung der Strom- und Telekommunikationsnetze. Kanzlerin Angela Merkel betonte jedoch einen Aspekt, der zukünftig an Bedeutung gewinnen dürfte: die „Green IT“.
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STUTTGART. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Bedeutung der IT-Branche für die Umweltpolitik hervorgehoben: „Manchmal weiß man gar nicht, welche Einsparpotenziale es beim Energieverbrauch gibt“, sagte die Kanzlerin auf dem IT-Gipfel in Stuttgart. Merkel lobte die Wirtschaft dafür, die ökologische Informationstechnologie, die sogenannte Green IT, aufgegriffen zu haben. Merkel bezog sich vor dem Hintergrund der derzeit laufenden Klimakonferenz in Kopenhagen auf eine Studie der Telekom und anderer IT-Firmen mit dem Titel „Smart 2020 Deutschland“. Laut dem Papier könnte die deutsche Industrie bis 2020 rund ein Viertel ihres CO2-Ausstoßes mit Hilfe intelligenter Software einsparen. Das wären 207 Mio. Tonnen weniger als in diesem Jahr, heißt es in der Studie. Der IT-Sektor sei nur zu einem geringen Teil an den Emissionen des klimaschädlichen CO2 beteiligt, könne aber anderen Industriezweigen wie der Verkehrs-, Logistik- und Energiebranche beim Klimaschutz helfen.

Auf dem vierten Treffen der Branche – nächstes Jahr soll es in Dresden wieder einen IT-Gipfel geben – konzentrierte sich vieles auf das Thema des zügigen Ausbaus des Breitbandnetzes in Deutschland. Neben Merkel und dem für den IT-Gipfel verantwortlichen Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) waren auch Innenminister Thomas de Maizière (CDU), Forschungsministerin Annette Schavan (CDU) und Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) gekommen, um die Wichtigkeit des Themas für die Regierung zu betonen.

Telekomchef René Obermann und Brüderle zeigten sich zuversichtlich, die Ziele beim Ausbau des Breitbandnetzes verwirklichen zu können. Bis zum Ende des kommenden Jahres soll jeder Haushalt mit mindestens einem Megabit pro Sekunde erreichbar sein. Bis 2014 sollen drei von vier Haushalten sogar einen Anschluss mit mindestens 50 Megabit pro Sekunde bekommen können. Der Ausbau hat ein Investitionsvolumen von rund 40 Mrd. Euro. Die IT-Branche will dafür keine Staatsgelder in Anspruch nehmen, wie Telekomchef Obermann und Alf Henryk Wulf, Vorstandsvize von Alcatel-Lucent betonten. Durch den Breitbandausbau entstehe bis 2020 über alle Branchen europaweit rund eine Mio. Arbeitsplätze, sagte Brüderle.

Doch nicht alle Projekte laufen so gut. Die elektronische Gesundheitskarte lässt mit allen Funktionen auf sich warten. Dagegen kommen die sichere E-Mail und der elektronische Personalausweis schon 2010. Die einheitliche Service-Nummer 115 ist erst in der Erprobung.

Brüderle rief die Firmen mit Blick auf den ersten „Monitoring-Report Deutschland Digital“ dazu auf, ihre IT-Produkte und Innovationen international besser zu positionieren. Nach der von der Regierung initiierten Studie liegt der Standort Deutschland lediglich im Mittelfeld.

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