Italienische Behördem werfen Hilfsorganisation Beihilfe zur illegalen Einreise vor: Cap-Anamur-Schiff nach sieben Monaten freigegeben

Italienische Behördem werfen Hilfsorganisation Beihilfe zur illegalen Einreise vor
Cap-Anamur-Schiff nach sieben Monaten freigegeben

Italienische Behörden haben sieben Monate nach der umstrittenen Rettungsaktion für afrikanische Flüchtlinge das Schiff der Hilfsorganisation Cap Anamur freigegeben. In der Nacht zum Freitag lief das Schiff aus dem sizilianischen Hafen Porto Empedocle aus, teilte der Geschäftsführer der Kölner Organisation, Bernd Göken, mit.

HB KÖLN. Nun werde in Kürze geprüft, ob das für 1,8 Millionen Euro umgebaute frühere Frachtschiff verkauft werde. „Wir haben uns in den letzten Monaten Möglichkeiten gesucht, auch ohne das Schiff zu arbeiten“, sagte Göken in einem dpa-Gespäch.

Der damalige Vorsitzende von Cap Anamur, Elias Bierdel, sowie der Kapitän und der Erste Offizier des modernen Flüchtlingsschiffes haben noch ein Strafverfahren zu erwarten. Göken sagte, er rechne mit einem Freispruch. Die italienischen Behörden werfen ihnen Beihilfe zur illegalen Einreise vor.

Die Aktion im Mittelmeer war wegen einer angeblichen Medien- Inszenierung kritisiert worden. Das Schiff der von Rupert Neudeck gegründeten Organisation hatte im Juli 2004 nach eigenen Angaben 37 Afrikaner aus Seenot gerettet und nach Italien gebracht. Bierdel und die beiden Mitbeschuldigten waren vorübergehend festgenommen, die „Cap Anamur“ beschlagnahmt worden. Bierdel war im Oktober als Cap- Anamur-Vorsitzender abgewählt worden.

Göken betonte: „Natürlich sind wir erst einmal froh, dass das Schiff frei ist, aber jetzt müssen wir dringend überprüfen, in welchem Zustand es ist.“ Die Cap-Anamur Vorsitzende Edith Fischnaller habe das Schiff vor wenigen Tagen in einem „relativ guten Zustand“ vorgefunden. „Wie das Schiff unter Wasser aussieht, ist aber völlig unklar.“ Das sollten Taucher in einem geeigneten Hafen im Mittelmeer möglichst rasch untersuchen. Die Organisation habe das komplette Hospital, die Nahrungsmittel und andere Hilfsgüter in den vergangenen Monaten von Bord nehmen und vor allem für Projekte in Afrika einsetzten können.

Nach Worten von Göken sind seit der Mittelmeer-Aktion und der späteren Abwahl Bierdels die Spendeneinnahmen deutlich zurückgegangen. Dennoch musste die Organisation für die Freigabe des Schiffes eine Bankgarantie hinterlegen, über deren Höhe keine Angaben gemacht wurden.

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