IW-Analyse: Wie die Euro-Krise die Polit-Talkshows dominiert

IW-Analyse
Wie die Euro-Krise die Polit-Talkshows dominiert

Trotz der Inflation an Talkshows im öffentlich-rechtlichen Fernsehen stellt sich laut einer Untersuchung kein Sättigungseffekt ein. Das liegt auch an der Euro-Krise. Das Thema zieht viele Zuschauer vor den Bildschirm.
  • 22

BerlinWirtschaftsthemen spielen im deutschen Fernsehen eine herausragende Rolle. Das geht aus einer Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor. Von den insgesamt 181 Sendungen der fünf zuschauerstärksten Talkshows „Günther Jauch“, „Hart, aber fair“, „Menschen bei Maischberger“, „Anne Will“ (alle ARD) und „Maybrit Illner (ZDF) wurden demnach im Jahr 2012 insgesamt 81 Themen der Wirtschaft und Sozialpolitik behandelt.

In 16 Sendungen ging es dabei um die Euro-Rettung und die europäischen Krisenländer, ebenfalls 16-mal wurde über Steuern, Verteilung und soziale Gerechtigkeit diskutiert. Ein weiteres brisantes Thema war die Affäre Christian Wulff mit insgesamt 13 Sendungen.

Zwar spielten laut den IW-Experten Wirtschaftsthemen im vergangenen Jahr eine große TV-Rolle, trotzdem habe es „große Unterschiede“ gegeben. Die Talks von „Maybrit Illner“ hätten sich demnach am häufigsten um die Wirtschaft gedreht – nämlich gut 82 Prozent der Sendungen. Bei „Günther Jauch“ seien es rund 59 Prozent und bei „Hart aber fair“ knapp 46 Prozent gewesen. Den geringsten Wirtschaftsanteil hatte laut IW „Menschen bei Maischberger“ mit gut 28 Prozent.

Dass der Bedarf der Öffentlichkeit, Meinungen und Einschätzungen zu aktuellen Themen zu erhalten, groß ist,  zeigt auch ein Blick auf Themen, die aktuell im Fokus stehen. „Der Fall des Uli Hoeneß – vom Saubermann zum Steuersünder?“ war das Thema bei „Günther Jauch“ am 21. April in der ARD. Die Sendung lockte 6,7 Millionen Menschen vor die Bildschirme und bescherte der Talkshow die höchste Zuschauerzahl seit ihrem Bestehen.

Seite 1:

Wie die Euro-Krise die Polit-Talkshows dominiert

Seite 2:

Erfolgreichstes Format: der Polit-Talk mit Günther Jauch

Kommentare zu " IW-Analyse: Wie die Euro-Krise die Polit-Talkshows dominiert"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Das eigendliche Problem mit dem Euro kann man doch mit ein paar Sätzen beschreiben, das passiert aber in diesen Sendungen nicht: Deutschland hat mit dem Euro eine Währung, die gemesen an der Wirtschaftsleistung zu schwach ist, damit hat es Deutschland leicht zu exportieren. Erheblicher Exportüberschuß führt aber auf lange Sicht zur Verschuldung. Es wird höchste Zeit, daß die Kinder in den Schulen die Grundlagen der Volkswirtschaftslehre lernen.

  • POLIT-TALKRUNDEN UND WÄHLERBEEINFLUSSUNG

    Entscheidend ist, dass zu den alltäglichen Polit-Quassel-Sendungen Mitglieder von Parteien rechts von der Union gar nicht erst eingeladen werden.

    Selbst die NPD, die immerhin in zwei Landtagen vertreten ist, darf keine Repräsentanten in die Talkrunden schicken, in denen ansonsten beinahe alles Aufnahme findet, selbst stalinistische Prediger.

    Dagegen wird den Vertretern der etablierten Parteien, welche die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten kontrollieren, eine breite Forum gegeben, um ihre politischen Inhalte zu verbreiten.

    Diese Boykottierung von allen rechten nicht-etablierten Parteien ist ein möglicher Hauptgrund dafür, warum sich bisher keine neue rechte Partei in Deutschland etablieren konnte:

    http://schwertasblog.wordpress.com/2013/04/11/islamkritiker-wenn-alle-untreu-werden/

  • POLIT-TALKRUNDEN UND WÄHLERBEEINDLUSSUNG

    Entscheidend ist, dass zu den alltäglichen Polit-Quassel-Sendungen Mitglieder von Parteien rechts von der Union gar nicht erst eingeladen werden.

    Selbst die NPD, die immerhin in zwei Landtagen vertreten ist, darf keine Repräsentanten in die Talkrunden schicken, in denen ansonsten beinahe alles Aufnahme findet, selbst stalinistische Prediger.

    Dagegen wird den Vertretern der etablierten Parteien, welche die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten kontrollieren, eine breite Forum gegeben, um ihre politischen Inhalte zu verbreiten.

    Diese Boykottierung von allen rechten nicht-etablierten Parteien ist ein möglicher Hauptgrund dafür, warum sich bisher keine neue rechte Partei in Deutschland etablieren konnte:

    http://schwertasblog.wordpress.com/2013/04/11/islamkritiker-wenn-alle-untreu-werden/

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%