Einkommen

Eine neue Studie zeigt, dass viele Männer mehr verdienen als ihre Väter. Die Autoren führen das auch auf richtige politische Weichenstellungen zurück.

(Foto: dpa)

IW-Studie zur Einkommensverteilung Das Aufstiegsversprechen

Es hieß stets, dass es der nächsten Generation besser gehen solle, als der ihrer Eltern – und wie eine IW-Studie zeigt, gelingt das auch meistens. Das Problem: Die Studienautoren übergehen weite Teile der Gesellschaft.
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BerlinVom Tellerwäscher zum Millionär, das war einmal der Traum und das Versprechen an viele Kinder in den USA. Heute wird es nur noch selten Wirklichkeit, fand der Ökonom Raj Chetty Anfang des vergangenen Jahres heraus; zum Entsetzen vieler US-Amerikaner. Auch in Deutschland fürchten viele eine ähnliche Entwicklung. Reich bleibt reich, und arm bleibt arm, besagen etwa die Studien zur Ungleichheit von Ökonomen um den Franzosen Thomas Piketty. Das Reizthema hat das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) motiviert, die Einkommensentwicklung Älterer und Jüngerer miteinander zu vergleichen. Ergebnis: Die meisten Söhne, 63 Prozent, verdienen mehr als ihre Väter. „Das Aufstiegsversprechen der Sozialen Marktwirtschaft hat Bestand“, schließt IW-Chef Michael Hüther daraus, der die Studie am Montag vorstellte.

Vor einigen Jahren kam eine Studie des DIW-Instituts jedoch zu einem gegensätzlich erscheinenden Ergebnis, zumindest auf den ersten Blick: „Wenig Chancengleichheit in Deutschland: Familienhintergrund prägt eigenen ökonomischen Erfolg“, lautete ihr Titel im April 2013. Doch wie so oft bei ökonomischen Studien: Es stimmt wohl beides. Denn es kommt immer darauf an, was genau untersucht worden ist. Das DIW etwa fand heraus, dass der Einfluss der Herkunft auf das Arbeitseinkommen, das Familieneinkommen, die Stundenlöhne und den Bildungserfolg in Deutschland sehr hoch ist: 40 Prozent der Ungleichheit im individuellen Arbeitseinkommen würden durch den Familienhintergrund erklärt, so das DIW. Noch stärker schlägt die Herkunft beim Bildungserfolg durch: Sie beeinflusst ihn mit mehr als 50 Prozent. Fazit: Um die Chancengleichheit ist es in Deutschland nicht besonders gut bestellt.

Das IW hingegen hat untersucht, ob Jüngere ein höheres Einkommen erzielen als ihre Eltern, und schließen aus dem „Ja“ für zwei Drittel: „Die These, dass es eine Frage des Elternhauses ist, wie weit es Kinder im Leben bringen, ist widerlegt.“ Dabei hat das IW lediglich verglichen, wie hoch das Einkommen verschiedener Generationen im gleichen Alter gewesen ist – und nicht die Einflüsse, die Unterschiede innerhalb einer Generation begründen. Nach ihrem jeweiligen Studiendesign, haben also beide Institute recht.

Das IW hat westdeutsche Väter der Jahrgänge 1928 bis 1954 mit ihren Söhnen der Geburtsjahrgänge 1955 bis 1975 jeweils im Alter zwischen 30 und 55 Jahren (bei den Vätern bis 60 Jahre) verglichen: Knapp zwei Drittel der Söhne verfügten über ein höheres Haushaltsnettoeinkommen aus Arbeit und Sozialleistungen als ihre Väter. 37 Prozent der Söhne schnitten schlechter ab. Vor allem in den unteren Einkommensklassen ging es den Söhnen besser als den Vätern: 90 Prozent hatten mehr Geld zur Verfügung als ihre Väter. Für westdeutsche Männer der Babyboomer-Generation hat sich also der Satz der heutigen Großväter der Kriegs- und Nachkriegsgeneration: „Du sollt es einmal besser haben“, in den meisten Fällen erfüllt.

In den späten 1960er- und 1970er-Jahren sind allerdings der Sozialstaat und vor allem die Schulen erheblich ausgebaut worden. „Gerade die Babyboomer haben von der damaligen Bildungsexpansion profitiert“, sagte DIW-Forscher Daniel Schnitzlein dem Handelsblatt. Er hält es auch für interessanter zu vergleichen, wie hoch die Ungleichheit innerhalb der Generationen ist – statt zu untersuchen, ob bei insgesamt steigenden Einkommen die Söhne mehr als ihre Väter verdienen.

Wie sich die Lage für die nach 1975 Geborenen darstellt, die heute bis zu 42 Jahre alt sind, bleibt in der IW-Studie jedoch offen. Gleiches gilt für Frauen oder Ostdeutsche: Denn deren Biografien sind so anders als die früherer Generationen, dass ein Vergleich anhand der Daten des sozio-ökonomischen Panels nicht möglich gewesen ist. Hüther betonte, dass es dem IW darum gehe, zu zeigen, dass keinesfalls das ganze System der Sozialen Marktwirtschaft infrage gestellt werden müsse, sondern gezielte Verbesserungen ausreichten – etwa eine bessere berufliche Weiterbildung im Laufe des Erwerbslebens. Und: Der Zugang zur Bildung müsse allen unabhängig von ihrer Herkunft ermöglicht werden. Darin stimmt das IW dann sogar mit dem DIW überein – sogar zu 100 Prozent.

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7 Kommentare zu "IW-Studie zur Einkommensverteilung: Das Aufstiegsversprechen"

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  • Leute wie Spiegels Peter finde ich spaßig. Sie erinnern mich an ein Anekdote, wo ein Mann zum Psychologen kommt, die unterschiedlichsten Bilder vorgesetzt bekommt und gefragt wird, woran er beim Anblick der Bilder denkt. Immer ist die Antwort; "An Geschlechtsverkehr, Herr Doktor"

    Irgendwann wird es dem Psychologen zu bunt, und er fragt: "Wollen sie mich veralbern, Sie können doch nicht beim Anblick einer Frau, eines Mannes, einer Birne, eines Baumes, einer Wiese, eines Hauses, eines Flugzeuges, eines Autos, eines Schiffes immer an Geschlechtsverkehr denken."
    "Doch" sagt der Patient "Ich denke immer an Geschlechtsverkehr"

    Leute wie Spiegels Peter machen Vergleichbares. Ganz gleich, was für ein Input die bekommen, Output ist immer: "Wir sind Opfer, Flüchtlinge sind Täter."

  • Dass die Generation, die in den 50er, 60er Jahren geboren wurde im Schnitt deutlich besser verdient als deren Eltern ist keine Frage. Der Grund ist einfach. Noch in den 50er und 60er Jahren stand der Zugang zu höherer Bildung und damit auch den lukrativeren Berufen nur einem kleinen Teil der Bevölkerung offen.

    In Nordrhein Westfalen sind in dieser Zeit (60er und 70er Jahre) die meisten Hochschulen gegründet worden. Im Ruhrgebiet hatten vorher die Kinder der Kumpel kaum eine Chance, in den Genuss höherer Bildung zu kommen, weil es Hochschulen in Bochum, Essen, Dortmund oder Düsseldorf nicht gab. Als die Ruhr-Uni in Bochum gebaut werden sollte, protestierten die Autobauer, weil denen die guten Arbeiter durch die Lappen gingen. (Typisch kurzsichtiges Arbeitgeber-Denken) Opel in Bochum ist Geschichte, an der Ruhr-Uni sind heute über 43.000 Studenten eingeschrieben und sie zählt zu den 10 größten Unis in Deutschland.

    Heute kann im Prinzip jeder und jede studieren. Vom Gehalt der Eltern sollte das eigentlich nicht mehr abhängen; macht es aber.
    Das ökosoziale Umfeld ist maßgeblich daran beteiligt, wie weit es die Bewohner in diversen Stadtvierteln bringen. Beispiel Essen: Kinder im Essener Norden machen zu etwa 30 % die Hochschulreife. Kinder im Essener Süden zu 70%.
    Da gibt es noch viel zu tun.

    Ob die heute junge Generation gegenüber der aktuellen Eltern-Generation noch einmal so einen Sprung in Sachen Wohlstand macht, bezweifle ich. Die Luft ist dünner geworden. Wenn die Eltern schon gut verdienende Akademiker sind, wird es schwierig, sie noch zu toppen.

  • Da es keine Flüchtlinge gibt schreibe ich Afrikaner. Seit Jahrzehnten zahlt Blödland Entwicklungshilfe oder soll ich schreiben, Kohle für nützliche Aufwendungen. All das Gel war immer nachteilig für die Afrikaner und weil alle blöd sind zahlen wir weiter zum Nutzen der Herrschaften.

  • Herr Spiegel: in Deutschland gibt es viel Ausbildung. Natuerlich laesst sich Ausbildung immer verbessern, aber wer bereit ist zu lernen, dem wird sehr viel geboten. Meinen Sie
    mit Staatsknete fuer Afrikaner Kosten fuer Fluechtlinge? Ich bin auch gegen unkontrollierte
    Zuwanderung - Hilfe fuer Selbsthilfe im Land ist geboten. Wir liegen bei der Entwicklungshilfe
    unter den Beitragen zu denen wir uns bereits vor Jahre verpflichtet haben. Wer glaubt,
    Entwicklungshilfe sei unnoetig, kann nicht ueber den Tellerrand sehen bzw weiss garnicht
    wo der Tellerrand ist.

  • Wie schön Sie das alte Versprechen auf Bildung überspringen, Herr Henseler, willkommen in Club derer, die das deutsche Volk blöd schreiben, nicht einmal eine Ausbildung gönnen sie einen jungen Menschen, wie gut daß Sie die Staats-Knete den Afrikanern geben wollen.

  • Natuerlich spielt das Elternhaus eine starke Rolle, aber nicht weil dort mehr Geld ist, sondern weil sich die Eltern sehr viel staerker um den Nachwuchs kuemmern. Heute kann
    jeder studieren, wenn er die Voraussetzungen dazu mitbringt - Geld spielt keine Rolle, es
    gibt Stipendien, es gibt den Bafoeg. Aber die Voraussetzungen haengen stark vom Eltern-
    haus ab. Diese Aufgaben kann der Staat und die Institutionen nicht uebernehmen.

  • Das Aufstiegsversprechen kann nicht funktionieren, weil unser Volk ständig für irgend einen Schwachsinn bezahlen muß und nicht nur das Deutsche sondern alle Völker Europas sind davon betroffen. Deshalb gibt es diesen Blutsauger Verein namens EU.
    Der neuste Schwachsinn ist, daß wir unsere Ressourcen den Afrikanern opfern sollen,
    anstatt für uns selbst und auch unsere Kultur und als Volk uns selbst. Der Schlag soll die Herrschaften holen.

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