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IW-Untersuchung: Gute Jobchancen für Ingenieure mit Bachelor

Die deutsche Wirtschaft sucht dringend Ingenieure und greift daher vermehrt auf Absolventen mit Bachelor-Abschluss zurück. Die Absolventen haben besonders gute Chancen in der Produktion, bekommen anfangs allerdings weniger Geld als ihre Kollegen mit Diplom.

Ingenieure mit Bachelor-Abschluss werden vor allem in der Produktion eingesetzt. Quelle: dpa
Ingenieure mit Bachelor-Abschluss werden vor allem in der Produktion eingesetzt. Quelle: dpa

BERLIN. Ingenieure mit Bachelor-Abschluss sind wohlgelitten in der Industrie – allerdings müssen sie im Vergleich zu Kollegen mit Diplom zumindest anfangs auf Gehalt verzichten. Das ergab eine Befragung des arbeitgebernahen Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) von 1 750 Unternehmen, die Ingenieure beschäftigen, darunter 362, die bereits Bachelor oder Master eingestellt haben. Die Sorgen der Studenten, der Bachelor-Abschluss sei nicht allzu viel wert, scheinen hier also wenig begründet.

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Noch gibt es nur wenige Bachelor: Von 340 000 Ingenieursabschlüssen im Zeitraum 2000 bis 2008 waren nur 3,5 Prozent Bachelor und fünf Prozent Master. Inzwischen sind aber fast alle Studiengänge umgestellt. Aufgeschlossen für Bachelor sind vor allem Großbetriebe mit mehr als 250 Mitarbeitern: Von ihnen hat bereits jeder dritte Bachelor und Master angeheuert. Von den Kleinunternehmen bis zu 50 Beschäftigte hat erst jedes zehnte Erfahrung mit Bachelor-Ingenieuren gesammelt.

Tendenziell werden Bachelor vorwiegend in den Bereichen Montage, Produktion und Vertrieb eingesetzt, für Forschung, Entwicklung und Konstruktion suchen sich die Unternehmen eher Master.

Entsprechend unterschiedlich sind auch die Einstiegsgehälter: Jedes zweite Unternehmen zahlt einem Uni-Bachelor weniger als einem Absolventen mit Diplom. Bei den Fachhochschulabschlüssen gilt das nur für ein Fünftel.

Auch eine Studie der Uni Kassel zu Bachelor-Abschlüssen im Allgemeinen hatte unlängst ergeben, dass diese nach dem Abschluss nicht länger nach einem Job suchen mussten als Kommilitonen mit Diplom oder Magister. Auch ihre Einschätzung, ob sie entsprechend ihrer Ausbildung eingesetzt wurden, war gleich. Allerdings ergab die Absolventenbefragung auch, dass jeder zweite Bachelor weiterstudiert. Das ist im internationalen Vergleich eine sehr hohe Quote.

Die Klage der Studenten, das straffe Bachelor-Studium erschwere einen Auslandsaufenthalt, bestätigt sich danach nur für die Uni-Studenten. Bei den FH-Absolventen waren von den Bachelor sogar mehr im Ausland als von den Diplomanden.

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