IZA-Chef Zimmermann Experte fordert Deutschunterricht für Flüchtlinge

Angesichts der wachsenden Zahl von Flüchtlingen in Deutschland wird der Ruf nach einem Einwanderungsgesetz lauter. Aus Expertensicht könnten davon nicht nur Migranten und Asylbewerber profitieren.
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„Deutschkenntnisse sind der Schlüssel für eine Integration in unsere Gesellschaft sowie in Arbeit und Beruf“, sagte Arbeitsmarktforscher Zimmermann. Quelle: dpa
Frau aus Kenia informiert sich über Sprachkurse.

„Deutschkenntnisse sind der Schlüssel für eine Integration in unsere Gesellschaft sowie in Arbeit und Beruf“, sagte Arbeitsmarktforscher Zimmermann.

(Foto: dpa)

BerlinDer Direktor des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA), Klaus Zimmermann, fordert Deutschkurse für Flüchtlinge und schlägt vor, dafür pensionierte Lehrer einzusetzen. „Es ist wichtig, dass alle Migranten und Asylbewerber, die zu uns kommen, die Möglichkeit erhalten, an Integrationskursen teilzunehmen und insbesondere Deutsch zu lernen, denn der Erwerb von Deutschkenntnissen ist der Schlüssel schlechthin für eine Integration in unsere Gesellschaft sowie in Arbeit und Beruf“, sagte Zimmermann dem Handelsblatt.

Zimmermann kritisierte, dass im Jahr 2014 insgesamt nur 142.000 Personen derartige Angebote genutzt hätten. Vielerorts gebe es Engpässe und lange Wartezeiten. Die Sprachkurse müssten daher „bundesweit deutlich ausgebaut und in einem Einwanderungsgesetz Ansprüche und Pflichten zur Teilnahme klar definiert werden“. „Insbesondere“, so Zimmermann, „sollten pensionierte Pädagogen für flächendeckende Deutschkurse gewonnen werden.“

Der IZA-Chef wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass allein in diesem Jahr voraussichtlich rund 30.000 verbeamtete Lehrer aus dem aktiven Schuldienst ausschieden – so viele wie nie zuvor. Insgesamt, so Zimmermann weiter, seien zu Jahresbeginn in den Ländern rund 656.000 Pensionäre gezählt worden, darunter bildeten Lehrer den größten Anteil. So hätten zu Beginn des Jahres 2013 rund 326.300 ehemalige Lehrkräfte Pensionsbezüge erhalten. Seitdem sei deren Zahl stetig gestiegen.

Zimmermann gab überdies zu bedenken, dass verbeamtete Lehrer bei ihrem Ausscheiden im Durchschnitt 63,1 Jahre alt seien. „Viele von ihnen sind motiviert, in schulischen oder außerschulischen Kursen Flüchtlingen wichtige Kenntnisse der deutschen Sprache und Informationen über das gesellschaftliche Leben unseres Landes zu vermitteln“, meinte der IZA-Direktor. Dieses Potenzial müsse man jetzt konsequenter aktivieren.

Hinter Zimmermanns Überlegungen steht der Umstand, dass das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge mittlerweile 500.000 Asylsuchende für dieses Jahr in Deutschland erwartet. Und das, obwohl Anfang des Jahres noch von 200.000 die Rede war.

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12 Kommentare zu "IZA-Chef Zimmermann: Experte fordert Deutschunterricht für Flüchtlinge"

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  • Asyl bedeutet doch, jemanden der Schutz braucht wegen Verfolgung und um sein Leben fürchten muß, VORÜBERGEHEND Obdach zu gewähren. Wenn die Gefahr vorüber ist muß der/die Betroffenen auch wieder den „Schutzgeber“ zu verlassen. Da für benötigt es nicht in erster Linie Sprachkurse auf Steuerzahlerkosten.
    Denn es ist unmöglich das alle die bereits hier sind, (in EU und Dtl.) und noch mit Sicherheit auf dem Weg sind auf Dauer bleiben können.
    Das sollten auch die blödesten Gutmenschen und Politiker so langsam verstanden haben.

  • Herr Zimmermann sollte erst nachdenken, ehe so einen Blödsinn schreibt
    Meh als 90% diese Leute sind keine Flüchtlinge und keine Asylanten und gehören sofort abgeschoben. Also brauchen sie keine Deutschkurse auf Steuerzahler Kosten
    Und wnn die Wirtschaft "Fachkräfte" braucht, soll sie gefälligst die Deutschkurse zahlen.
    Aber leider, leider sind viele dieser Fachkräfte Analphabeten
    Und außer Rumpöbeln, Frauen belästigenund vrgewaltigen, habe ich noch nichts anders von diesen "Fachkräften" gehört

  • Herr aus NRW@
    Deutsch, nö, Anträge auf Stütze gibt es doch mit anwaltlicher Hilfe.

  • Was denn?? Die ganze Fachkräfte können gar kein Deutsch??

  • "Ich fordere..." auf Kosten der Arbeitnehmer ist es leicht zu forder.
    Im Übrigen ist integrieren reflexiv, "sich integrieren", als sich selbst integrieren. Nicht wir integrieren andere, sondern andere integrieren sich selbst, d. h. aus meiner Sicht müssen sich Deutschkenntnisse angeeignet werden, im besten Fall bekommt nur der eine Aufenthaltsgenehmigung, der Deutschkenntnisse mitbringt und nachweisen kann. Sonst hört des Fordern nie auf. Nach oben gibts bekanntlich keine Grenzen. Hat man am Mindestlohn in Griechenland gesehen. Einmal eingeführt, steigen die Forderungen mit jeder Legislaturperiode.

  • Ich fordere einen Intelligenztest für IZA-Chefs.

  • Experte fordert Deutschunter.....bla bla...
    Gruß von der Sozial-Industrie an den Steuerzahler.

  • Mensch, Zimmermann, das ist doch die Idee, daß alle Bedürftigen, die zu uns drängen, erstmal deutsch lernen sollen! Daß wir da nicht selbst drauf gekommen sind. Jetzt, wo endlich die Lösung geglückt ist, werden alle nur noch glücklich um`s Lagerfeuer tanzen. Zimmermann for President! (Schlechter als der alte wird er bestimmt nicht sein). Deutsch für alle, das ist es.

  • DONAU-DAMPF-SCHIFFAHRTS-GESELLSCHAFTS-KAPITAENS-Mieze

    ....dabei muss klar gestellt warden, dass ARBEITkein Fremdwort ist oder bleibt und die
    SOZIALE HAENGEMATTE nur virtuell in Germanien existiert BZW fuer
    POLITIKER !
    Lernjahre keine Herrenjahre sind und noch kein Meister vom Himmel gefallen ist

  • Wollen wir die z.T. dreisprachigen Doktoren und Fachkräfte jetzt auch noch mit solchen Banalitäten wie der dt. Sprache belasten bevor Sie endlich unser Rentensystem mit Überschüssen fluten?

    Da ich diese weltverändernde Institution bisher nicht kannte habe ich die Wikipedia zu diesen Herrn bemüht: https://de.wikipedia.org/wiki/Klaus_F._Zimmermann

    Hier fiel mir besonders das Stichwort „Fördermittel“ ins Auge.
    Man haben wir ein Sommerloch.

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