Jack Lew
US-Finanzminister drängt Europäer zu Einigung mit Griechenland

Mit einem Appell endete das Treffen der G7-Finanzminister: Der US-Amerikaner Jack Lew forderte seine europäischen Kollegen auf, endlich das Griechenland-Problem zu lösen – schließlich müssten sich beide Seiten bewegen.
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DresdenDie US-Regierung mahnt die Europäer, schnell zu einer Einigung mit Griechenland zu kommen. US-Finanzminister Jack Lew sagte zum Abschluss des Treffens der G7-Finanzminister und Notenbankchefs, in den Verhandlungen zwischen den Troika-Institutionen EU-Kommission, Europäische Zentralbank und IWF mit Griechenland müssten sich beide Seiten bewegen: „In Griechenland stehen harte Entscheidungen an, und sie müssen endlich einen funktionsfähigen Reformplan vorlegen“, sagte Lew. „Aber auch die Institutionen müssen sich bewegen“, sagte er und stellte sich damit gegen Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und den französischen Finanzministers Michel Sapin, die ein Einlenken allein von Griechenland forderten.

Lew betonte, dass der Zeitpunkt nahe sei, an dem Griechenland anstehende Kreditrückzahlungen nicht mehr werde leisten können. Die Belastung des griechischen Notkontos beim IWF kürzlich sei dafür ein ernster Hinweis. Sobald Griechenland eine Rückzahlung nicht leisten könne, sei der „Punkt, an dem der Unfall passiert, erreicht“, dass Griechenland in die Pleite rutsche. Er fürchte, dass auch wenn die sofortigen Ansteckungsgefahren geringer seien als vor drei Jahren, sie dennoch nicht verschwunden seien. Die Institutionen sollten daher in der Kürze der verbleibenden Zeit sich mit Griechenland auf einen generellen Reformplan verständigen, auf dessen Basis die letzten Tranchen ausgezahlt werden können, und die Details später ausarbeiten.

Schäuble und Sapin betonten demgegenüber, dass die Griechen endlich die Zusagen von Februar mit detaillierten Reformen umsetzen müssten. „Griechenland kann entscheiden, dass es eine bestimmte Reform nicht will: Es muss dann aber eine andere Reform vorschlagen, die das gleiche fiskalische Ergebnis bringt“, sagte Sapin.

Laut Lew haben die Finanzminister sowohl offiziell als auch inoffiziell etliche Diskussionen über Griechenland geführt. Schäuble sagte dagegen, es sei nur wenige Minuten über Griechenland gesprochen worden, in denen die EU-Kommission über den Stand der Verhandlungen mit den Institutionen berichtet habe. „Die positiven Nachrichten aus Athen spiegeln sich darin noch nicht wider“, sagte Schäuble zu Meldungen aus der griechischen Regierung, dass eine Einigung kurz bevorstünde. In Dresden habe Griechenland nicht auf der Agenda gestanden. „Wir versuchen, entspannt zu sein“, sagte Schäuble.

Sapin betonte allerdings, dass er einen „Grexit nicht als Lösung“ sehe. IWF-Chefin Christine Lagarde nannte den Grexit in einem Interview mit der FAZ zwar als Möglichkeit. Ihre Mitarbeiter betonten jedoch in Dresden, damit sei keinesfalls gemeint, dass sie ihn befürworte.

Donata Riedel ist Handelsblatt-Korrespondentin in Berlin.
Donata Riedel
Handelsblatt / Korrespondentin

Kommentare zu " Jack Lew: US-Finanzminister drängt Europäer zu Einigung mit Griechenland"

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  • Die Überschrift ist sicherlich aus Versehen verkehrt rum, oder? Sicherlich hat er die Griechen aufgefordert, sich endlich mit den Europäern zu einigen..... :-)

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. 

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