Jamaika-Gespräche
Spahn sieht Chancen für Asylkompromiss

CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn lädt FDP und Grüne ein, das Migrationskonzept der Union mit eigenen Vorschlägen zu ergänzen. Und er erinnert an Wolfgang Schäubles Vermächtnis.
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BerlinCDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn pocht auf eine Verankerung der Migrations-Vorhaben der Union in einem Jamaika-Bündnis. „Unser Kompromiss muss der Kern der Migrationspolitik von Jamaika sein“, sagte Spahn der „Welt am Sonntag“. „Aber FDP und Grüne können ihn ja noch mit guten Ideen ergänzen.“

Spahn verwies etwa auf ein Einwanderungsgesetz, das den Zuzug von Fachkräften regele. „Oder mit Kontingenten, mit denen wir gezielt solche Flüchtlinge nach Deutschland holen, die wirklich Schutz brauchen – direkt aus Kriegsgebieten und nicht nur junge Männer.“ Die Grünen etwa hatten deutlich gemacht, dass sie in dem Kompromiss von CDU und CSU erst den Beginn einer Debatte sehen.

Vertreter von CDU, CSU, FDP und Grünen hatten sich am Freitag zu ersten gemeinsamen Gesprächen getroffen, um Chancen für eine sogenannte Jamaika-Koalition auszuloten. Die Unterhändler wollen in der Sondierung Einzelthemen so detailliert bearbeiten, dass die eigentlichen Koalitionsgespräche bis hin zu einem Regierungsvertrag der vier Parteien nach Möglichkeit nicht mehr scheitern können. Am kommenden Dienstag sind die sensiblen Themen Steuern und Finanzen sowie Europa aufgerufen.

Ziel einer Jamaika-Koalition muss es Spahn zufolge auch sein, alte gesellschaftliche Streitfragen zu klären, bei den Themen Migration, Integration und auch Industrie- und Klimapolitik. „Es ist die Chance dieser sehr unterschiedlichen Koalition, unser in Teilen gespaltenes Land wieder zusammenzuführen. Dann wird die AfD in vier Jahren wieder in der Bedeutungslosigkeit verschwinden.“

Der Kompromiss von CDU und CSU sieht etwa vor, dass der Familiennachzug für Flüchtlinge mit eingeschränktem Schutzstatus ausgesetzt bleibt. Die Grünen dagegen halten den Nachzug der Kernfamilie für wichtig für die Integration.

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