Jamaika im Saarland
Gysi fordert Rücktritt von Grünen-Chef Ulrich

Linksfraktionschef Gregor Gysi fordert von den Grünen im Saarland, die bundesweit erste Schwarz-Gelb-Grüne Koalition in letzter Minute zu verhindern. Besonders gegen den Chef der Saar-Grünen, Hubert Ulrich, richtet sich Gysis Kritik. Ihm wirft er finanzielle Verbindungen mit der FDP vor.
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HB BERLIN/SAARBRÜCKEN. Darüber hinaus müssten sie ihren Landesvorsitzenden Hubert Ulrich ablösen, sagte Gysi in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa in Berlin. „Entweder die Grünen fangen sich, dann müssen sie eine Umkehr wagen. Wenn nicht, weiß ich nicht, welche Glaubwürdigkeit sie im Bund noch haben werden.“ Zudem verlangte er eine Entschuldigung der Grünen-Spitze für die Pläne ihrer Partei, die Linke ausforschen zu lassen.

Gysi sagte: „Hubert Ulrich hatte ein ganz persönliches, auch materielles Interesse an der Bildung einer Jamaika-Koalition mit CDU und FDP. Über Jahre wurde er von einem zwielichtigen FDP-Politiker bezahlt.“ Ein Grünen-Parteitag müsse Ulrich ablösen und „Jamaika aufkündigen“. Gysi: „Wenn sie aus politischen Gründen Jamaika wollen – naja. Aber aus kaufmännischen Gründen – das ist nicht hinnehmbar.“

Ulrich wird kritisiert, weil er lange in beruflicher Verbindung zum Saarbrücker FDP-Kreisvorsitzenden Hartmut Ostermann stand. Am 1. Oktober beendete Ulrich ein Teilzeitarbeitsverhältnis mit einer Firma, bei der Ostermann Mitgesellschafter ist. CDU, FDP und Grüne wollen bis Montag den Vertragsentwurf für ihr Bündnis fertigstellen.

Gysi sagte, anstatt den „großen Wahlverlierer“ Peter Müller (CDU) wieder zum Ministerpräsidenten zu machen, sollten die Grünen die inhaltlichen Angebote von SPD und Linken annehmen. „Aber selbst, wenn sie Jamaika weitertreiben, geht das mit Ulrich nicht. Wenn sich sein Stil bei den Grünen durchsetzt, wird ihre Politik unberechenbar. Dann müssen wir immer erforschen, wer ist gerade von wem bezahlt worden. Bei den Grünen hatte ich das für ausgeschlossen gehalten.“

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