Jamaika-Sondierer
Streit über „Handlungslücke“ im Klimaschutz

CDU, CSU, FDP und Grünen kommen beim Thema CO2-Reduktion nicht voran. Noch besteht nicht einmal Einigkeit darüber, wie groß der Handlungsbedarf überhaupt ist.
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BerlinIm Themenbereich „Klima, Energie und Umwelt“ liegen die Positionen der Jamaika-Sondierer noch immer weit auseinander. Das belegt ein Papier von CDU, CSU, FDP und Grünen vom Wochenende, das den „Sondierungsstand“ in diesem Themenfeld zusammenfasst. Das Papier liegt dem Handelsblatt vor. Besonders deutlich werden die Unterschiede beim Thema CO2-Reduzierung. CDU, CSU und FDP beziffern die „Handlungslücke“ bei der Erreichung des Klimaschutzziels 2020 auf einen Wert „zwischen 32 und 66 Millionen Tonnen CO2“. Sie schlagen vor, diese Lücke „zur Hälfte durch die Reduzierung der Kohleverstromung“ zu schließen. Die Grünen dagegen sehen im selben Papier eine Handlungslücke im Umfang von 90 bis 120 Millionen Tonnen CO2.

Übereinstimmend sind die Jamaika-Sondierer der Meinung, bei der CO2-Reduktion seien „zusätzliche Anstrengungen bei den erneuerbaren Energien, Austauschprogramm Heizungen, Gebäudesanierungen und die Förderung alternativer Antriebsformen, insbesondere Elektromobilität“, erforderlich.

Weit auseinander liegen die Positionen bei der Zukunft des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Die Grünen fordern, „die gesetzliche Deckelung von Ökostrom zu streichen“. Die FPD hat die Formulierung eingebracht, man werde „die EEG-Umlage für Neuanlagen abschaffen“.

Übereinstimmung herrscht beim Thema Wärme: „Wir legen ein unbürokratisches Förderprogramm für den Austausch alter Heizungen zu Gunsten klimafreundlicher Heizsysteme unter Einbeziehung erneuerbarer Energien auf“, so die gemeinsame Formulierung von CDU, CSU, FDP und Grünen.

Zuvor hatte der Grünen-Fraktionsvorsitzende Oliver Krischer noch die Kompromissbereitschaft seiner Partei in Sachen Kohleausstieg betont. Man wolle sich dem „Budgetansatz nicht grundsätzlich verschließen“.

Klaus Stratmann berichtet als Korrespondent aus Berlin.
Klaus Stratmann
Handelsblatt / Korrespondent

Kommentare zu " Jamaika-Sondierer: Streit über „Handlungslücke“ im Klimaschutz"

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  • Herr Günther Heck - 13.11.2017, 14:58 Uhr

    "CO 2 hat einen Anteil in der Atmosphäre von nur 0, 038 PROZENT ! Daraus erkennt jedermann unschwer, welchen Einfluss CO 2 auf die Klimaveränderung haben könnte."

    Natürlich weiß man das; seit über einem Jahrhundert weiß man über die Wirkung infrarotaktiver Stoffe in der Atmosphäre (Sauerstoff und Stickstoff haben keinen Einfluss) Der durch die Industrialisierung verursachte Anstieg des CO2 in der Atmosphäre von 0,028 % auf inzwischen 0,04 % sind verantwortlich für rund 60 % der durch den Menschen verursachten globalen Erwärmung. Die restlichen Prozente verteilen sich z.B. auf die Spurengase Methan Fluorkohlenwasserstoffe und Lachgas.

  • Kurz zusammengefasst...geht es darum wieviel Schaden die Politiker der Gesellschaft im Rahmen der ökoreligiösen Weltuntergangskatastrophe "Klimawandel" zumuten möchten.

  • Ob sich die Grünen auch dieses Problem - pragmatisch - wegdiskutieren lassen? http://youtu.be/QqoSPmtOYc8

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