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08.07.2008 
Europa-Vergleich

Jeder achte in Deutschland von Armut bedroht

Statistiker haben das Armutsrisiko in Euroa untersucht. Ergebnis: In Deutschland ist jeder achte (13 Prozent) arm oder von Armut bedroht. Jungen Leuten geht es aber besser als im europäischen Durchschnitt.

HB WIESBADEN. Unter dem europäischen Durchschnitt und weit unter den skandinavischen Ländern liegt in der Bundesrepublik die Armutsquote bei den jungen Leuten zwischen 18 und 24 Jahren mit 15 Prozent gegenüber 20 Prozent EU-weit und sogar 35 Prozent in Dänemark, wie das Statistische Bundesamt aus der europaweit erhobenen Statistik Leben in Europa weiter mitteilte.

Überdurchschnittlich ist dagegen in Deutschland die Armutsgefährdung bei Arbeitslosen. Während sie hier 43 Prozent beträgt, liegt sie in der gesamten EU bei 41 Prozent und in der Euro-Zone sogar nur bei 38 Prozent. Die erwerbstätige Bevölkerung Deutschlands ist im Vergleich zur EU insgesamt dagegen weniger stark armutsgefährdet. So ist in Deutschland nur jeder Zwanzigste (5 Prozent) ab 16 Jahren trotz Erwerbstätigkeit armutsgefährdet, im EU-Durchschnitt jedoch rund jeder Dreizehnte (8 Prozent), in der Eurozone etwa jeder Fünfzehnte (7 Prozent) und in den zehn neuen Mitgliedstaaten etwa jeder Elfte (9 Prozent).

Während die Ruheständler in der Bundesrepublik mit 13 Prozent und in der EU mit 16 Prozent das gleiche Armutsrisiko wie die Gesamtbevölkerung haben, beträgt es in den zehn neuen, am 1. Mai beigetretenen Mitgliedsstaaten nur 10 Prozent.

Diese und viele weitere Daten sind zentrale Ergebnisse der Statistik EU-SILC 2006, der neuen EU-weit vergleichbaren Datenquelle über Armut und soziale Ausgrenzung, wie das Bundesamt weiter mitteilte. Für die jährliche amtliche Erhebung wurden insgesamt rund 200 000 private Haushalte in der Europäischen Union befragt, darunter in Deutschland 13 799.

Zur Berechnung der Armutsgefährdungsquote wird zunächst das von allen Haushaltsmitgliedern tatsächlich erzielte Haushaltseinkommen des Vorjahres nach Abzug von direkten Steuern und Sozialbeiträgen herangezogen. Dieses Haushaltseinkommen wird auf die Personen des Haushalts nach einem Gewichtungsschlüssel verteilt. Um das mittlere Einkommen zu ermitteln, wird der Zentralwert verwendet, den die Hälfte der Bevölkerung erreicht. 60 Prozent dieses Medianwertes wiederum stellt die Armutsgefährdungsgrenze dar.

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