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26.06.2008 
Umfrage

Jeder Zweite hat ein unsicheres Arbeitsverhältnis

Eine neue Umfrage der Gewerkschaften ergibt: Nur 47 Prozent der Beschäftigten haben einen unbefristeten Vertrag, sind keine Leiharbeiter und verdienen monatlich mindestens 2 000 Euro brutto. Zudem ist jeder Dritte mit seinen Arbeitsbedingungen extrem unzufrieden.

Besonders schlecht beurteilen ihre Arbeit Beschäftigten in Bauberufen. Foto: apLupe

Besonders schlecht beurteilen ihre Arbeit Beschäftigten in Bauberufen. Foto: ap

HB BERLIN. Jeder zweite Arbeitnehmer ist nach Darstellung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) unter unsicheren Bedingungen beschäftigt. "Prekäre Beschäftigung ist längst kein Randphänomen mehr", sagte DGB-Chef Michael Sommer am Donnerstag in Berlin. Einer DGB-Umfrage zufolge hätten nur 47 Prozent der Beschäftigten einen unbefristeten Vertrag, seien keine Leiharbeiter und verdienten monatlich mindestens 2 000 Euro brutto.

Laut Umfrage ist auch fast jeder dritte Beschäftigte mit seinen Arbeitsbedingungen extrem unzufrieden. Nur 13 Prozent beschrieben ihren Arbeitsplatz als rundum positiv. Etwa die Hälfte der Arbeitnehmer (55 Prozent) bewerteten ihre Arbeitsbedingungen als durchschnittlich. Unter besonders schlechten Bedingungen müssen vor allem Leiharbeiter arbeiten.

Im Vergleich zu 2007, als der nun jährlich erscheinende DGB-Index „Gute Arbeit“ erstmals präsentiert wurde, hat sich nach Einschätzung der Beschäftigten die Arbeitsqualität im Durchschnitt allerdings leicht verbessert. Der Index beruht auf einer repräsentativen Befragung von rund 6 800 Beschäftigten in allen Branchen und Einkommensgruppen. Er stieg im Vergleich zum Vorjahr um einen Zähler auf 59 Punkte.

„Aus Sicht der Beschäftigten bleibt die Qualität der Arbeit um 21 Punkte hinter den Anforderungen an gute Arbeit zurück, liegt aber nur neun Punkte oberhalb der Grenze zu schlechter Arbeit“, sagte Sommer. Zentrale Punkte seien fehlende Aufstiegsperspektiven, geringe berufliche Zukunftssicherheit und ein nicht ausreichendes Einkommen.

Nur die Hälfte der Arbeitnehmer glaube, bis ans Ende des Arbeitslebens den Belastungen standhalten zu können, sagte Sommer. Daher bleibe "die Rente mit 67 ein großer politischer Fehler". Die Gewerkschaften setzten daher alles daran, dass diese spätestens 2010 noch einmal auf den Prüfstand komme. Die Bewertung der Arbeitsplätze hat sich leicht verbessert. 13 Prozent wurden von den Beschäftigten als rundum positiv beschrieben, 55 Prozent lagen im Mittelfeld. Als mangelhaft wurden 32 Prozent (2007: 34 Prozent) der Arbeitsplätze bewertet.

Im Baugewerbe herrscht Unzufriedenheit

Insgesamt zeigt sich laut DGB, dass es den meisten Beschäftigten an Einfluss-, Qualifizierungs- und Entwicklungsmöglichkeiten mangelt. Der berufliche Alltag sei geprägt von Arbeits- und Zeitdruck, körperlich einseitiger oder schwerer Arbeit, sowie emotionalen Belastungen. Außerdem fehle vielen Befragten ein Mindestmaß an beruflicher Zukunftssicherheit und ein ausreichendes Einkommen.

Besonders schlecht beurteilen die Beschäftigten in Bauberufen ihre Arbeit (4 Prozent gut, 41 Prozent schlecht). Auch Bäcker, Fleischer und Köche sind überdurchschnittlich unzufrieden (10 Prozent gut, 48 Prozent schlecht). In den Verkehrsberufen sprechen nur sechs Prozent von guten, aber 49 Prozent von schlechten Bedingungen.

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