Jenapharm soll Doping-Opfer in der DDR entschädigen
Gutachten zu Dopingpraxis bei Jenapharm liegt vor

Werner Franke hat den ersten Teil seines Gutachten zu Jenapharm fertiggestellt. Damit will der Molekularbiologe die Verstrickung des Arzneimittelherstellers in das Dopingsystem der DDR nachweisen.

HB BERLIN. Der Heidelberger Molekular-Biologe Werner Franke hat zu Weihnachten ein Gutachten vorgelegt, mit dem er die Verstrickung des Arzneimittelherstellers Jenapharm in die systematische Dopingpraxis des DDR-Leistungssports nachweisen will.

«Damit haben wir endlich ein Instrument in der Hand, um das Unternehmen zu Zahlungen an die Opfer zu bewegen», sagte Rechtsanwalt Michael Lehner vom Verein Doping-Opfer-Hilfe (DOH). Franke zufolge liegen mit dem ersten Teil seines Gutachtens, das sich unter anderem auf die interne Korrespondenz des Thüringer Unternehmens und geheime Unterlagen des DDR-Ministeriums für Forschung und Technologie stützt, nunmehr genügend Beweise für die aktive und wissentliche Mitwirkung von Jenapharm vor. Ein zweiter Teil der Untersuchung solle noch folgen.

Das gesamte Gutachten soll anschließend als Ausstellung im Stile einer Gesamt-Dokumentation in Heidelberg der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Der inzwischen zum Schering-Konzern gehörende DDR-Hauptproduzent von anabolen Steroiden hat bislang jedwede Verantwortung bestritten und die Forderungen nach freiwilligen Schadenersatzzahlungen für geschädigte Athleten strikt abgelehnt.

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