Jens Böhrnsen soll Regierungschef werden
Bremer SPD nominiert Scherf-Nachfolger

Die SPD im kleinsten Bundesland Bremen hat drei Wochen nach dem überraschenden Rücktritt von Regierungschef Henning Scherf nun offiziell Jens Böhrnsen als Nachfolger nominiert.

HB BREMEN. Der bisherige Fraktionsvorsitzende in der Bürgerschaft erhielt am Mittwochabend auf einem SPD-Parteitag in der Hansestadt 97,6 % der abgegebenen Stimmen. Er hatte keinen Gegenkandidaten. Der 56- Jährige muss nun noch vom Landesparlament gewählt werden. Dies soll Anfang November geschehen. Böhrnsen kündigte einen scharfen Sparkurs in allen Ressorts an. Zugleich pochte er auf weitere Finanzhilfen des Bundes für sein hoch verschuldetes Land. „Bremen fordert das, was ihm zusteht“, sagte er. „Wir tun das selbstbewusst und mit guten Argumenten.“ Bremen sei ein vitaler Stadtstaat, werde aber durch die derzeitige Aufteilung der Steuereinnahmen zwischen Bund und Ländern „um die Früchte seiner Arbeit gebracht“. Das Land werde daher in Berlin und vor dem Bundesverfassungsgericht weiter für ein faireres Finanzsystem kämpfen.

In der Abstimmung votierten 172 Delegierte für und vier gegen Böhrnsen. Dieser hatte sich zuvor in einer Mitgliederbefragung deutlich gegen den zweiten Bewerber für den Posten, Bildungssenator Willi Lemke, durchgesetzt.

Böhrnsen und Lemke kündigten einen schärferen Kurs gegenüber dem Koalitionspartner CDU an, mit dem die SPD in Bremen seit 1995 regiert. Es müssten mehr sozialdemokratische Positionen durchgesetzt werden, betonten sie. „Schluss mit der Harmoniesoße. Wir müssen mehr streiten und kämpfen“, sagte Lemke unter dem Beifall der Delegierten. Der SPD-Landesvorsitzende Carsten Sieling betonte aber, seine Partei halte an der großen Koalition mit der CDU fest. „Wir haben den Vertrag bis 2007 und wir werden ihn auch einhalten.“

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