Deutschland
Jens Böhrnsen wird Scherf-Nachfolger

Der Bremer SPD-Fraktionsvorsitzende Jens Böhrnsen wird neuer Regierungschef in Bremen. Er tritt die Nachfolge des scheidenden Senatspräsidenten Henning Scherf (SPD) an.

HB BREMEN. Böhrnsen konnte sich bei einer SPD-internen Abstimmung gegen Bildungssenator Willi Lemke durchsetzen. Zur Wahl waren 5700 SPD-Mitglieder aufgerufen. Böhrnsen und sein Gegenkandidat hatten sich während fünf Parteiversammlungen in Rededuellen der Basis gestellt. Beide rückten dabei die Sanierung des hochverschuldeten Bundeslandes in den Vordergrund. Nun kann Böhrnsen zeigen, ob er das mit zwölf Milliarden Euro verschuldete Land aus seiner Notlage befreien kann.

Scherf hatte Ende September für viele Genossen überraschend seinen Rücktritt angekündigt. Als Grund nannte der 66-Jährige sein Alter. Er fühle sich wie „ein Methusalem in der deutschen Politik“ und habe „ein Recht auf ein Leben nach der Arbeit“, sagte Scherf. 27 Jahre saß er auf der Bremer Regierungsbank, davon die letzten 10 als Regierungschef einer großen Koalition. Scherf galt stets als Garant dieses Bündnisses und erwarb sich auch beim Koalitionspartner CDU viele Sympathien.

Jetzt geht es für seinen Nachfolger auch darum, diese Koalition bis zur nächsten Bürgerschaftswahl 2007 zusammenzuhalten. Vor der Entscheidung hatte Böhrnsen dies klar geäußert. In den vergangenen Tagen hatte er jedoch immer wieder den Koalitionspartner angegriffen. Dieser wolle vor allem die Sozialleistungen kürzen, die Mitbestimmung abschaffen und Krankenhäuser privatisieren.

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