Joachim Gauck
Ein Staatsoberhaupt mit Potenzial zum Ärgern

Mit Joachim Gauck zieht kein pflegeleichtes Staatsoberhaupt ins Schloss Bellevue ein. Der frühere Pastor aus Rostock hat mit seinen Äußerungen oft angeeckt.
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BerlinDie Freiheit ist Joachim Gaucks Leitmotiv. Ein freier Mensch zu sein, seine Geschicke und die des Gemeinwesens selbst in die Hand zu nehmen - dieses Streben zieht sich wie ein roter Faden durch die Vita des Theologen und DDR-Bürgerrechtlers, der am Sonntag wohl im ersten Durchgang zum Bundespräsidenten gewählt werden dürfte. Der 72-jährige Mecklenburger kann sich in der Bundesversammlung auf ein breites Bündnis stützen, das bis auf die Linkspartei alle im Bundestag vertretenen Parteien umfasst.

Doch nicht nur bei den Linken gibt es Kritiker, die in Gaucks Denken eine Verengung auf die Freiheit ausgemacht haben. Sie monieren, dass der frühere Rostocker Pastor mit sozialen Fragen oder der kapitalismus-kritischen Occupy-Bewegung wenig bis gar nichts anfangen könne. Noch weiter gingen ehemalige Weggefährten wie der frühere Magdeburger Pastor und spätere Grünen-Politiker Hans-Jochen Tschiche, die finden, Gauck werde das Etikett „Bürgerrechtler“ zu Unrecht angeheftet.

„Er hat niemals zur DDR-Opposition gehört, die man im heutigen Sprachgebrauch Bürgerrechtler nennt.“ Gauck habe erst 1989 die schützenden Mauern der Kirche verlassen und sei über das Neue Forum in die Volkskammer eingezogen, kritisiert der 82-Jährige Tschiche.

Gauck verweist darauf, dass es kleine Gruppen von Oppositionellen gegeben habe, die auch Gefängnis einkalkuliert hätten: „In der Weise war ich kein Bürgerrechtler. Ich war nur ein oppositioneller Geistlicher.“ Doch seien aus seiner Gemeinde viele Aktive hervorgegangen, die die Demokratie erkämpft hätten.

Als ausgemachte Sache gilt, dass der neue Herr im Berliner Schloss Bellevue ein unbequemes Staatsoberhaupt sein wird. Aber das dürfte einem Mann in den Genen liegen, der von sich selbst sagt, er sei ein „linker, liberaler Konservativer“. „Ich bin fast sicher, dass ich mich hin und wieder über Gauck ärgern werde“, ist sich Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin sicher, der im Ruf steht, „Erfinder“ des Bundespräsidenten Gauck zu sein.

Wer das Freiheitsstreben des elften Bundespräsidenten verstehen will, muss tief in dessen Biografie graben. So ging der 1940 geborene Kapitänssohn früh zum Sozialismus auf Distanz. Bereits als Neunjähriger habe er gewusst, „dass der Sozialismus ein Unrechtssystem war“. Sein Vater wurde 1951 von der sowjetischen Geheimpolizei verhaftet und zu Zwangsarbeit in Sibirien verurteilt, aus der er vier Jahre später heimkehrte.

Weil Gauck weder bei den Jungen Pionieren noch bei der Freien Deutschen Jugend mitmachte, konnte er seinen Wunsch Journalist zu werden in der DDR nicht realisieren. Er studierte stattdessen Theologie und trat 1965 in den Dienst der Evangelischen Landeskirche von Mecklenburg ein. Als Pastor geriet er bald in das Visier des „VEB Horch, Guck und Greif“, dessen Regime er im vereinigten Deutschland aufarbeiten sollte.

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„Akten einer Diktatur sind Apotheke gegen Nostalgie“

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  • Man sprach von einem großen Denker!

    Ich hörte ihn nur predigen.

  • Mein Feeling sagt, dass Hr. Gauck diese deutsche Demokratur auf noch ganz andere Weise wird umkrempeln, als wir uns das heute überhaupt ausmalen können!

  • Gauck wird der BP der Bürger u. kein Merkelwulff !

    Er gehört keiner Partei an ,so mit ist er keiner Politik verpflichtet auch keiner Merkel -Politik .

    Das Wichtgste ist jetzt für Gauck das ESM Gesetz zu blockieren u. als verfassungswidrig zu erklären .
    Wenn er so regiert , ist Deutschland vor den Diktatoren
    (Diktatur)gerettet .

    Deutschland wird einen BP bekommen ,der dem Volk dient
    u. nicht Merkel, Schäuble ,EU .

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