Beim Forschungsgipfel soll diskutiert werden, wie Deutschland bei Innovationen besser werden kann. Der Chef des Laborausrüsters Sartorius fordert bessere finanzielle Bedingungen.

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  • Wenn einzelne Unternehmen aus steuergeldern "unterstützt" werden, bewirkt dies einen Wettbewerbsnachteil für zahlreiche andere nicht subventionierte Unternehmen. Nicht geförderte Unternehmen müssen über ihre Steuern die Wettbewerbsverzerrung zum eigenen Nachteil mitbezahlen.

    Woher nimmt der Staat die Weisheit, dass z.B. Elektromobilität genau die richtige Lösung für die Zukunft ist?

  • Es gibt nach meiner Beobachtung zwei immense Bremsen für den Marktzugang kleiner, innovativer Firmen in Deutschland und der EU. Das ist zum einen die Zersplitterung des Heimatmarktes mit allem was dazu gehört-das Patentrecht z.B., das dazu führt, dass ein Patent in jedem Land der EU einzeln angemeldet werden muss mit den entsprechenden Kosten, vielfältig unterschiedliche Regelungen z.B. im Gesundheitsbereich etc. In den USA schützt eine einzige Patentanmeldung den Zugang zu 300 Millionen Kunden, in der EU müssen dazu 27 Patentbehörden kontaktiert werde. Das zweite große Problem ist die Finanzierung nach der Start-up Phase. Weil die Investoren um die Marktproblematik wissen, scheuen sie Investments in EU-Firmen, die den EU-Markt noch nicht durchdrungen haben. Sie wissen um die Fallstricke die dort lauern. Also geht das Geld in etablierte Firmen-wie wir zurzeit sehen gibt es da geradezu einen Bieterkampf. In der Folge investieren wir in Europa in die Technologie des 19. und 20. Jahrhunderts während die Technologie des 21. Jahrhunderts woanders an den Markt geht-selbst wenn sie hier entwickelt wurde. Die wichtigste langfristige Aufgabe der Politik wäre es daher, den Zugang zu Märkten europaweit zu vereinheitlichen. Kurzfristig muss der Zugang zu Kapital für den Übergang von der Start-up Phase in die Wachstumsphase innovativer Firmen stark verbessert werden. Ohne diese Maßnahmen versinken wir im technologischen Mittelalter.

Mehr zu: Joachim Kreuzburg zum Forschungsgipfel - „Es ist falsch, bei Innovationen nach dem Staat zu rufen“

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