Jobbörse
BA gibt neuen Fall von Datenmissbrauch zu

Erneuter Datenmissbrauch bei der Bundesagentur für Arbeit (BA): Über die Jobbörse sind Daten vor allem von Akademikern zugänglich gewesen. Die BA gerät mit dem jüngsten Fall schon wieder in die Kritik.
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HB NÜRNBERG. Eine Berliner Firma habe zum Schein etwa 2 500 Stellenangebote in die Online-Datenbank eingestellt, um an die Daten von Bewerbern zu gelangen, berichtete eine BA-Sprecherin am Dienstag. Sie bestätigte damit einen Bericht der „Frankfurter Rundschau“. Die vermeintlichen Angebote richteten sich unter anderem an Akademiker und reichten von vermeintlichen Facharztstellen über pädagogische Berufe bis hin zu Ingenieuren und Managerposten.

„Dieser Fall ist uns Anfang November aufgefallen, weil da eine sehr hohe Dynamik auf dem Account war mit sehr vielen Stellenzugängen“, schilderte BA-Sprecherin Anja Huth. Nachdem die örtliche Arbeitsagentur in Berlin keinen Kontakt mit dem dubiosen Arbeitgeber herstellen konnte, habe die BA mit der Löschung der Angebote begonnen. „Das Deaktivierungsverfahren ist letzte Nacht abgeschlossen worden“, sagte Huth. Die Firma könne keine neuen Jobangebote mehr einstellen.

Die Bundesagentur gehe davon aus, dass das Vorgehen der Firma sofort entdeckt worden und Bewerbern bislang kein Schaden entstanden sei, sagte Huth. „So viele Stellen in einem Arbeitgeber-Account waren auch für uns ungewöhnlich“, erklärte die BA-Sprecherin.

Laut der Zeitung soll es sich bei dem Berliner Unternehmen um eine Firma namens Econsulting 24 Ltd handeln. Sie soll Jobangebote für Fachärzte sowie pädagogische Berufe, Ingenieure und Managerposten in das Portal der Bundesagentur eingestellt haben. Das Vorgehen der Berliner Firma sei ein klarer Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen der Jobbörse, sagte BA-Sprecherin Huth. Rechtlich könne gegen das Unternehmen aber nicht vorgegangen werden. Allerdings sei seit vergangener Woche das Zugangsverfahren für Neukunden in der Jobbörse verschärft worden. Bevor ein Betrieb ein Stellenangebot einstellen könne, werde geprüft, ob es dieses Unternehmen überhaupt gebe.

Der leichte Zugang zur Jobbörse und damit ein möglicher Missbrauch von Daten war bereits in der Vergangenheit kritisiert worden. Die BA befinde sich in einem Dilemma, erläuterte Huth. „Wir haben nie abgestritten, dass es diese Möglichkeiten gibt. Doch je höher die Zugangshürden sind, desto weniger Angebote haben wir natürlich auch.“

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  • Gerade die neue Regierung will doch alles verramschen.
    Warum nicht endlich mal dieses sinnlose Arbeitsamt. Das können private nun wirklich besser.
    Und die arge gleich noch obendrauf - weg damit.
    Eine Zahlstelle für das Arbeitslosengeld ist völlig ausreichend.
    ist das in anderen Ländern auch so schlimm. Leisten die sich auch so aufgeblähte Arbeitsämter?

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