Jobs trotz Rentenalter
Arbeiten bis zum Umfallen

Profiboxer mit 50, Unternehmer mit 74, Chef der Krupp-Stiftung mit 99. Immer mehr Senioren in Deutschland arbeiten. Ihre Beweggründe sind grundverschieden. Wir stellen prominente und weniger prominente Silver–Ager vor.
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DüsseldorfIm angelsächsischen Raum haben sie einen eigenen Namen: Dort heißen sie Silver Ager. Senioren, die im Rentenalter noch arbeiten. In Deutschland ist man sprachlich noch nicht so weit, auch so richtig erforscht wurde das Thema „Arbeiten im Alter“ noch nicht. Doch zunehmend rücken sie in den Mittelpunkt der Wissenschaft: Diejenigen, die nicht mehr arbeiten müssten, weil sie längst in Rente sein könnten – und die trotzdem noch im Arbeitsleben aktiv sind.

„Seit etwa 2000 nimmt generell die Zahl der Erwerbstätigen ab 55 Jahren zu und auch die Zahl derjenigen, die über das Alter von 65 hinaus arbeiten“, sagt Martin Gasche vom Munich Center for the Economics of Aging (MEA). 2011 gab es laut Zahlen des Statistischen Bundesamtes und Berechnungen des MEA rund 760.000 Erwerbstätige zwischen 65 und 75 Jahren. Bis Dezember 2012 waren es allerdings nur 170 Senioren über 65 mit einem Minijob, teilt die Minijob-Zentrale in Bochum auf Anfrage mit.

Für den Arbeitseifer gibt es Gründe: „Grundsätzlich lassen sich zwei Gruppen ausmachen: Diejenigen Rentner, die arbeiten wollen und diejenigen, die müssen“, sagt Gasche. „Das sind vor allem die mit höheren und die mit geringen Renten.“ Dabei sei dies kein deutsches, sondern ein europaweites Phänomen, sagt Gasche. Außerdem lasse sich beobachten, dass es die geringer Qualifizierten und die hoch Qualifizierten seien, die häufiger trotz Rentenalters noch arbeiten würden. Zwei weitere Faktoren seien wichtig, so Gasche: Zum einen müssen sich diejenigen, die trotz ihres hohen Alters noch arbeiten, fit fühlen. Zum anderen sei das Gefühl, trotz des Alters nicht zum alten Eisen zu gehören, ein Grund um weiterzuarbeiten.

Das Phänomen „Arbeiten im Alter“ ist auch dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) aufgefallen. „Es gibt so gut wie keine Forschung dazu, aber die Alltagserfahrung zeigt, dass es mehr Menschen sind, die mittlerweile aus finanziellen Gründen auch im Alter noch arbeiten müssen“, sagt DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach. „Es fällt auf, dass ab dem Moment, in dem die Renten gesunken sind, die Zahl der Mini-Jobber gestiegen ist.“

Grundsätzlich hat der DGB nichts dagegen, wenn ältere Menschen nach Erreichen des Renteneintrittsalters freiwillig weiter arbeiten. „Wenn sie die Energie und Lust dazu haben“, sagt Buntenbach. „Es darf aber nicht dazu kommen, dass die Älteren die Arbeitsplätze besetzen, für die es auch jüngere Bewerber geben würde.“

Dazu gehört Andreas Sidon ganz bestimmt nicht. Der 50-Jährige zählt zu den ältesten noch aktiven Profiboxern der Welt, an diesem Samstag steigt er zu seinem nächsten Kampf in den Ring. „Arbeiten bis zum Umfallen“ – das trifft auf Sidon zu. Aber auch andere arbeiten bis ins hohe Alter. Handelsblatt Online stellt fünf prominente und weniger prominente Silver Ager vor.

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  • Die Rentenkasse wird vor allem durch Beamte geplündert, die nichts einzahlen, aber sich mit den eingezahlten Beiträgen der Arbeitnehmer aus der freien Wirtschaft in unverschämter Weise überhöhte Pensionen auszahlen lassen. Dadurch sinken die Renten immer weiter ab, die 'rentenreifen' Arbeitnehmer sind nunmehr gezwungen, zur Absicherung einer auskömmlichen Rente noch länger zu Arbeiten. Das sind doch die wahren Hintergründe für die lange Arbeitsdauer der älteren Arbeitnehmer. Alles andere ist unsachliche Schönfärberei, die von diesem Systemfehler unseres Abzockerstaates ablenken soll. Dazu kommt noch, daß die Arbeitnehmer durch die 'Kalte Progression' während ihres Arbeitslebens überhöhte Steuern zahlen mussten, die eine zuisätzliche private Altersvorsorge verhindert oder zumindest erschwert haben.

    Ende 2013 - nach der Bundestagswahl - wird die nunmehr im Aufbau befindliche 'Partei der mündigen Steuerzahler' (PMS) vor dem BVG zur Wiederherstellung der Steuergerechtigkeit mit einer Sammelklage gegen die unangebrachte Selbstbedienungs- Praxis der Parlamentarier und die seit Jahren stattfindende progressive Steuerabzocke durch die 'Kalte Progression' zur Beseitigung dieser Mißstände vorgehen.

    Angestrebt wird eine Reduzierung des Gesamtaufwandes zur Finanzierung des Politik- und Beamtenapparates von heute ca. 160 Milliarden EURO jährlich auf 100 Milliarden EURO jährlich.

    Diese längst überfällige Reform der aufgeblähten Strukturen wird in einem mehrjährigen Prozess - analog der ständigen Restrukturierung in der freien Wirtschaft - bis zu diesem verkraftbaren und dem Schuldenabbau der BRD angemessenen Finanzierungsrahmen von 100 Mia EURO durchgeführt. Die eingesparten 60 Milliarden EURO werden in den jährlichen Schuldenabbau der BRD investiert.

    Diese Desattraktivierung der Beamtenjobs durch sinkende Besoldungen gibt den Betroffenen endlich die Möglichkeit, sich in der freien Wirtschaft um die ihren Gehaltsvorstellungen entsprechenden Jobs zu bemühen.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Offensichtlich fehlt ihnen genau diese Moral, von der ich gesprochen habe; unabhängig, ob mir die Bundesregierung oder das Wirtschaftssystem gefällt.

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