Johannes Rau
„Wer Anstöße geben will, muss auch Anstoß erregen“

Die Welt nimmt Abschied von Johannes Rau. Handelsblatt.com hat einige Zitate des weltweit beliebten Politikers zusammengestellt. Der ehemalige Bundespräsident starb am 27. Januar nach schwerer Krankheit in Berlin.

„Das Ideal meiner Politik ist es, das Leben der Menschen im Laufe der Jahre ein Stückchen menschlicher zu machen.“(Als nordrhein-westfälischer Ministerpräsident in den 80er Jahren)

„Ich will nie ein Nationalist sein, aber ein Patriot wohl. Ein Patriot ist jemand, der sein Vaterland liebt, ein Nationalist ist jemand, der die Vaterländer der anderen verachtet. Wir aber wollen ein Volk der guten Nachbarn sein, in Europa und in der Welt.“ (Am 23. Mai 1999 nach der Wahl zum Bundespräsidenten.)

„Im Angesicht des Volkes Israel verneige ich mich in Demut vor den Ermordeten, die keine Gräber haben, an denen ich sie um Vergebung bitten könnte. Ich bitte um Vergebung für das, was Deutsche getan haben, für mich und meine Generation, um unserer Kinder und Kindeskinder willen, deren Zukunft ich an der Seite der Kinder Israels sehen möchte.“ (Am 16. Februar 2000 vor der Knesset in Jerusalem. Rau war der Erste, der dort in der „Sprache der Mörder sprach“)

„Ich halte jede militärische Auseinandersetzung für falsch und für vermeidbar.“ (Johannes Rau zum amerikanisch-britischen Bombenangriff auf den Irak.)

„Kritik am Stand der Menschenrechte in anderen Staaten ist daher keine Einmischung in deren innere Angelegenheiten. Sie verletzt ihre Souveränität nicht. ... Man darf das Eintreten für Menschenrechte nicht dahingehend missverstehen, dass es sich um ein spezifisch "westliches" Anliegen handele, mit dem "westliches" Gedankengut der übrigen Welt aufgedrängt werden soll.“ (Am 13. September 2003 in der chinesischen Universität Nanjing.)

„Ich wüsste kein Land, in dem so viele Verantwortliche und Funktionsträger mit so großer Lust so schlecht, so negativ über das eigene Land sprechen, wie das bei uns in Deutschland geschieht. Das bleibt nicht ohne Folgen.“ (Am 12. Mai 2004 in seiner letzten "Berliner Rede".)

„Es gehört ja inzwischen zum guten Ton, dass Medien ständig Exklusives melden und damit in eigener Sache werben. Daran ist nichts auszusetzen, wenn die Meldung denn auch stimmt. Inzwischen hat sich aber ein verhängnisvoller Medien-Mechanismus entwickelt, der die Politik und das Land in einen atemlosen Zustand Art permanenter Dauererregung versetzt.“ (Am 5. Juni 2004 in einer medienkritischen Rede.)

„Traue keinem Zitat, das du nicht selber aus dem Zusammenhang gerissen hast.“ (Rau nochmals zum Thema Medien)

„Ich wollte gerne, dass Feindschaft verschwindet, dass Versöhnung gelingt. Ich denke, da habe ich einiges bewirken könne. Darüber bin ich sehr froh.“ (Im Juni 2004 über seine Amtszeit als Staatsoberhaupt.)

„Wir dürfen unseren Kindern nicht vorgaukeln, die Welt sei heil. Aber wir sollten in ihnen die Zuversicht wecken, dass die Welt nicht unheilbar ist.“

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