John Emerson
Ein Investment-Experte für die Berliner US-Botschaft

Für den neuen US-Botschafter ist Deutschland kein fremdes Terrain. Johns Eersons Familie hat deutschen Wurzeln, er lernte Deutsch in der Schule. Doch mit Diplomatie hatte der Investment-Experte bislang wenig am Hut.
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WashingtonSeit Mitte August ist John Emerson mit seiner Familie bereits in Berlin, am Montag tritt er sein Amt als neuer Botschafter der USA an. Auf dem diplomatischen Parkett ist Emerson bislang nicht aufgefallen – wie viele US-Botschafter verdiente er sich seinen Posten nicht mit einer Karriere im Außenministerium, sondern als eifriger Spendensammler für den Präsidenten. Der Jurist und Investmentbanker übernimmt die Vertretung der Vereinigten Staaten in Deutschland zu einem schwierigen Zeitpunkt: Der NSA-Skandal wirft einen Schatten auf das transatlantische Verhältnis.

Die aktuellen Verstimmungen erwähnte Emerson nicht, als er nach seiner Ankunft am Flughafen Berlin-Tegel vor gut einer Woche in Stoffhose und Sweatshirt eine kurze Ansprache erhielt. Flankiert von seiner Frau Kimberly und den drei Töchtern im Teenager-Alter erklärte er, sich in den kommenden vier Jahren dem Ausbau und der Stärkung der Beziehungen zwischen den USA und Deutschland widmen zu wollen.

„Die ganze Familie Emerson freut sich darauf, die Geschichte und die Schönheit des Landes unserer Vorfahren zu entdecken“, sagte der designierte Botschafter in einem Deutsch, das er selbst als „eingerostet“ bezeichnete. Emerson betonte, dass die Eltern seines Vaters aus Deutschland stammen. Auch die Familie seiner Frau habe deutsche Wurzeln.

„Seit meiner Jugend habe ich mich für die Menschen und die Kultur in Deutschland interessiert“, sagte Emerson Ende Juli bei seiner Nominierungsanhörung im Senat in Washington. Im Alter von zwölf Jahren habe er in der Schule Deutsch belegt, „weil mein Vater und meine Großmutter immer auf Deutsch geredet haben, wenn ich nicht verstehen sollte, worum es ging“.

Emerson stammt aus einem Vorort von New York, studierte Philosophie und promovierte in Jura. Seine Karriere begann er Ende der 70er Jahre als Anwalt in Los Angeles. Später arbeitete er als Justiziar für die Stadtverwaltung der Westküstenmetropole. In dieser Zeit nahm er auch an einem Austauschprogramm der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung teil, das ihn für einige Zeit nach Deutschland führte.

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  • Diese Investmentbanken sind wie eine SEUCHE. Sie müssen sich überall hinpropfen, um nicht mehr loslösbar nun im Botschaftsareal zu sitzen und dort ggf unter investmentstrategischen Aspekten Entscheidungen zu beeinflussen!!

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