Journalisten-Verband
„Herr Wulff macht es sich zu einfach“

„Von Anfang an verfolgt“, „in die untersten Schubladen gegriffen“: Ex-Bundespräsident Christian Wulff greift die Presse an und erntet dafür Widerspruch. Der Journalisten-Verband hält die Kritik nicht für gerechtfertigt.
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BerlinDer Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hält die Kritik von Ex-Bundespräsident Christian Wulff an Vertretern von Justiz und Medien für überzogen. Insbesondere die in seinem autobiografischen Buch „Ganz oben Ganz unten“ gegen den Springer-Verlag erhoben Vorwürfe hält Verbandschef Michael Konken nicht für gerechtfertigt. „Mit dieser Sicht der Dinge macht Herr Wulff es sich zu einfach. Über die damals ungeklärten Ungereimtheiten hat nicht nur die Springer-Presse recherchiert und geschrieben, sondern zahlreiche weitere Medien“, sagte Konken Handelsblatt Online.

Wulff war vor zwei Jahren infolge der Affäre um die angebliche Annahme von Vorteilen als Bundespräsident zurückgetreten. Der Springer-Presse warf er vor, ihn von Anfang „verfolgt“ und dabei „in die untersten Schubladen gegriffen“ zu haben. Der dadurch entstehende Druck der Medien habe schließlich dazu geführt, dass die Staatsanwaltschaft Hannover die Aufhebung seiner Immunität beantragte, sagte Wulff bei der Vorstellung seines Buches am Dienstag in Berlin. Damit sei sein Rücktritt unausweichlich gewesen.

DJV-Chef Konken sprach sich dafür aus, das Verhältnis zwischen Justiz und Medien auf den Prüfstand zu stellen, „aber in anderer Weise, als Herr Wulff das meint“, fügte er hinzu. Es gebe die Tendenz, so Konken, dass in Gerichtsprozessen einzelne Parteien „die Medien für sich zu instrumentalisieren versuchen“, wie dies etwa im Fall Kachelmann geschehen. „Dabei müssen Journalisten aufmerksamer sein. Das hat aber nichts mit dem Fall Wulff zu tun“, betonte der DJV-Chef.

Der Wettermoderator Jörg Kachelmann war vor drei Jahren nach einem langen Gerichtsverfahren vom Vorwurf der Vergewaltigung seiner Ex-Freundin freigesprochen worden. Die Mannheimer Richter kritisierten damals in ihrer Urteilsbegründung die einseitige Berichterstattung und frühe Parteinahme etlicher Zeitungen und Journalisten.

Kommentare zu " Journalisten-Verband: „Herr Wulff macht es sich zu einfach“"

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  • Wulff? Ist das nicht der Herr, der die Pressefreiheit in Deutschland einschränken, abschaffen wollte??

  • „Medien haben ihre Wächterfunktion ernst genommen“

    Ich sage jetzt nicht, was man mit der dreisten Lügenjournaillie machen sollte, sonst gelte ich noch als Nazi. Aber denken darf ich's.

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