JU-Deutschlandtreffen
Guttenberg teilt heftig gegen Grüne aus

Die Union nimmt die Grünen ganz offensichtlich als politische Konkurrenz ernst. Gerade die hitzige Debatte um das Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 reizt CDU und CSU. Bundesverteidigungsminister Guttenberg nutzte das Deutschlandtreffen der Jungen Union, um mächtig gegen die Grünen zu poltern, sprach von Versagen – und warnte vor „zelebriertem Krawall“.
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HB BERLIN. Mit scharfen Angriffen hat Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) das Verhalten der Grünen beim Protest gegen das Bahnprojekt Stuttgart 21 verurteilt. Die Grünen zeichne nur die „bebende Unterlippe der Empörung“ aus, sagte Guttenberg am Samstagabend bei einem Deutschlandtreffen der Jungen Union in Berlin. In der Regierungsverantwortung würden sie jedoch stets versagen.

Er frage sich daher, ob die guten Umfragewerte für die Partei gerechtfertigt seien. Grünen-Chef Cem Özdemir habe gut daran getan, sich für den Vorwurf zu entschuldigen, dass Baden-Württembergs Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) beim Vorgehen gegen die Stuttgart-21-Gegner habe Blut sehen wollen. Guttenberg warnte die Demonstranten in Stuttgart, die Grenze zum „zelebrierten Krawall“ zu überschreiten, etwa wenn Gesprächsangebote mit dem Argument „Mit Lügnern reden wir nicht“ ausgeschlagen würden.

Guttenberg wurde von den mehreren hundert Mitgliedern der CDU- Nachwuchsorganisation begeistert empfangen. Deren Vorsitzender Philipp Mißfelder nannte Guttenberg „die Hoffnung derjenigen, die für konservative Werte in Deutschland stehen“.

Guttenberg sagte, konservativ zu sein bedeute auch, Entscheidungsfähigkeit an den Tag zu legen, in dem Wissen woher man komme und wohin man wolle. „Wer gestalten will, braucht die Fähigkeit zur Führung.“ Führung heiße, auch unbequeme Wahrheiten zu sagen, Richtungen vorzugeben und Unbequemes gegen Widerstände durchzusetzen, sagte Guttenberg mit Blick auf die von ihm geplante Aussetzung der Wehrpflicht und der Charakterisierung der Situation in Afghanistan als Krieg.

Den Parteinachwuchs rief Guttenberg dazu auf, sich an traditionellen Werten zu orientieren und langfristig zu denken. Angesichts der riesigen Herausforderungen - etwa infolge der prozentualen Zunahme Älterer in der Gesellschaft - dürfe sich die Politik nicht weiter in „Versprechungsspiralen bis zum nächsten Wahltag“ verheddern.

Mit Blick auf 20 Jahre Deutsche Einheit sprach Guttenberg von einer Erfolgsbilanz. Die Begriffe „Wessi“ und „Ossi“ seien heute keine Schimpfwörter mehr, sondern würden eher mit einem „humorvollen Augenzwinkern“ gebraucht. Ihm fehle jedes Verständnis, wenn von jenen, die von der Einheit stark profitiert hätten, von einem Anschluss der DDR statt von einer Wiedervereinigung gesprochen werde. Ebenso könne er nicht akzeptieren und verstehen, wenn behauptet werde, die DDR sei kein Unrechtsstaat gewesen.

Kommentare zu " JU-Deutschlandtreffen: Guttenberg teilt heftig gegen Grüne aus"

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  • Diese Diffamierungen erinnern an die Nazi-Denuzierungen. Zunächst waren es dort die Juden die Untermenschen, später sollten dann auch die Christen als volksschädlich eingestuft werden. Dieser "Grüne" wäre in der NPD besser aufgehoben. Wehret den Anfängen. Claudia Roth, Jürgen Trittin und Özdemir. Manchmal denke ich mir: Sind die drei die Rache "Joschka" Fischers an den Grünen. Die marktwirtschaftliche Ordnung der westlichen Welt soll in den Ruin getrieben werden. Das kannte Herr Trittin schon als Mitglied im Kommunistischen bund Westdeutschlands.

  • Ja, ja, wenn es um verlorene Stimmen geht, dann verliert die Kotenanze. Kaum hat er mal einen ernstzunehmenden Gegenr, dann wird er nervös und macht Fehler. Doch kein konservativer Messias, was?

  • Recht hat er!

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