Juan Manuel Santos

Fast Friedenspräsident

Juan Manuel   Santos, Präsident von Kolumbien, ist der neuer Friedensnobelpreisträger. Santos ist Mitglied eine einflussreichen Politiker-Familie und kämpft seit sechs Jahren für Frieden mit den Farc-Rebellen.
Trotz gescheitertem Friedensvertrag: Kolumbiens Präsident Juan  Manuel  Santos ist der Friedensnobelpreisträger 2016. Santos verhandelt seit 2012 mit den Farc-Rebellen, um den 52-jährigen Bürgerkrieg zu beenden. Quelle: AP
Juan Manuel Santos

Trotz gescheitertem Friedensvertrag: Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos ist der Friedensnobelpreisträger 2016. Santos verhandelt seit 2012 mit den Farc-Rebellen, um den 52-jährigen Bürgerkrieg zu beenden.

(Foto: AP)

DüsseldorfDer Friedensvertrag mit der marxistischen Guerillaorganisation Farc soll die Präsidentschaft von Juan Manuel Santos krönen. Der 65-Jährige hatte zuletzt alles dem Ziel unterstellt, den seit 52 Jahren andauernden Konflikt in Kolumbien beizulegen. Er gehöre einer Generation an, die nie im Frieden gelebt habe, sagt der Staatschef. Aber sein Fehler war es, die Gegner eines zu sehr der Guerilla entgegenkommenden Vertrages einzubinden. Wie das norwegische Nobelkomitee am Freitag in Oslo bekannt gab, wird Santos der Friedensnobelpreis 2016 verliehen.

Bei der Volksabstimmung über den Friedensvertrag mit den „Revolutionären Streitkräften Kolumbiens“ („Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia“ - Farc) erlitt er eine herbe Niederlage, 50,2 Prozent stimmten dagegen. Der Friedensnobelpreis stärkt ihm nun den Rücken, doch noch ein Abkommen zu erzielen. Den Gegnern sind vor allem die Strafnachlässe ein Dorn im Auge – und dass sich für Verbrechen verantwortliche Guerilleros demnächst zur Wahl stellen können. Die marxistisch orientierten Farc wollen ihre Ziele künftig auf legalem politischen Wege erreichen.

Ende eines 50-jährigen Krieges
Ein historischer Moment
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Nach 52 Jahren endet der Guerillakrieg zwischen der kolumbianischen Regierung und den linken Farc Rebellen. In dem Krieg starben über 220 000 Menschen, rund fünf Millionen Menschen wurden zu Binnenflüchtlingen.

Präsident Santos informiert das Volk
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Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos verkündete am Mittwoch, nach vier Jahren Friedensverhandlung, den erfolgreichen Abschluss der Gespräche. Seit Tagen feilten die Unterhändler an den letzten Details.

Harte Verhandlungen
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Teilweise wurde über 18 Stunden am Stück verhandelt. Knackpunkte waren unter anderem, wie die linken Rebellen, vor Attacken durch rechte Paramilitärs geschützt werden und wie sie ein politisches Projekt gründen können.

Brutale Kämpfe über Jahrzehnte
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Bilder, die den Konflikt dominiert haben: Ein Polizist der kolumbianischen Regierung sitzt vor einer Polizeistation, die durch einen Bombenangriffs zerstört wurde.

Die Guerrillas
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Die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens - Volksarmee (Farc-EP) sind die größte und älteste Guerillaorganisation Lateinamerikas. Gemeinsam mit anderen Rebellengruppen kontrollierten sie einst große Teile von Kolumbien. Seit 2002 drängte das Militär die Farc immer weiter zurück.

Erste Friedensgespräche waren gescheitert
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Auf dem Höhepunkt ihrer Macht führten die Farc von 1998 bis 2002 bereits einmal Friedensgespräche mit der Regierung. Damals wurde ihr eine demilitarisierte Zone von der Größe der Schweiz eingeräumt. Allerdings nutzten die Rebellen das Gebiet als Rückzugsort nach Angriffen und die Verhandlungen scheiterten.

Truppen im Dschungel
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Genug gekämpft: Rund 2000 inhaftierte Farc-Kämpfer können nun auf die Entlassung aus dem Gefängnis hoffen. Derzeit soll die Farc noch 8000 Kämpfer haben, die sich jetzt auf ein Leben ohne Waffen vorbereiten können.

Santos gehörte als Handels- und Finanzminister verschiedenen Regierungen an. Unter Präsident Álvaro Uribe war er als Verteidigungsminister für eine Militäroffensive gegen die Farc verantwortlich. Bei den Präsidentenwahl 2010 präsentierte er sich als Erbe seines politischen Ziehvaters Uribe. Als er dann aber 2012 die Friedensgespräche mit den Farc einleitete, überwarf er sich mit dem konservativen Hardliner, der zum erbitterten Gegner des Abkommens mit der Farc wurde - und mit seiner „No“-Kampagne siegte. Nun muss Santos auch mit dem Uribe-Lager verhandeln.

Santos studierte Betriebswirtschaftslehre an der Universität von Kansas in den USA und öffentliche Verwaltung in Harvard. Später stieg er in das Verlagsgeschäft seiner Familie ein, die lange die größte kolumbianische Tageszeitung „El Tiempo“ kontrollierte. Er stammt aus einer der einflussreichsten Familien des Landes. Sein Großonkel Eduardo Santos war von 1938 bis 1942 Präsident Kolumbiens, sein Cousin Francisco Santos war Vizepräsident unter Uribe, auch er ist ein Gegner des Vertrages mit der Farc. 

  • dpa
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