Jubiläum in Stuttgart
2,5-millionster „Zivi“ in Deutschland

Bei seiner Einführung im Jahr 1961 war der Zivildienst in Pflege- und Behindertenheimen, in der Jugendarbeit und im Krankenhaus alles andere als die Regel. Doch seitdem sind die Kriegsdienstverweigerer immer mehr geworden: Als 2,5-millionster Zivildienstleistender in Deutschland ist heute stellvertretend der Stuttgarter Markus Porada gewürdigt worden.

HB STUTTGART. Der 19-Jährige Porada arbeitet in der Stuttgarter Jugendherberge und ist in diesem Jahr einer von 88 000 Zivildienstleistenden. Zum Vergleich: Den einst selbstverständlichen Wehrdienst begannen im vergangenen Jahr nur noch 68 000 junge Männer.

Der Bundesbeauftragte für den Zivildienst, Jens Kreuter, sagte anlässlich des Jubiläums, Zivis seien „aus unserer sozialen Wirklichkeit nicht mehr wegzudenken“ und ihre Erfahrung „ein klares Plus im Lebenslauf“. Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) nannte die „Zivis“ einen „Gewinn für die Gesellschaft“: Sie gingen „viel unabhängiger von eingefahrenen Rollenbildern an ihre Berufswahl und Lebensplanung heran.“

Die Zahl der Einberufungen zum Zivildienst ist nach Angaben des Bundesamtes in Köln zuletzt wieder gestiegen. Nach gut 84 000 im Jahr 2007 und 88 000 in diesem werden im nächsten Jahr mehr als 90 000 erwartet. 2002 lag diese Zahl schon einmal bei mehr als 136 000.

Zeitgleich registrierte das Bundesamt einen Anstieg der Zahl der anerkannten Kriegsdienstverweigerer auf im vergangenen Jahr mehr als 111



000. Insgesamt haben in Deutschland schon 3,1 Millionen junge Männer den Dienst an der Waffe verweigert. Während die Zahl der neu einberufenen Wehrpflichtigen 2007 auf 68 000 sank, verzeichnet auch das Freiwillige Soziale Jahr – eine Alternative zum Zivildienst – mit zuletzt rund 26 000 Teilnehmern pro Jahr steigenden Zuspruch.

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