Jürgen Walter und Carmen Everts
Weitere SPD-Rebellen geben auf

Nach wochenlangen Auseinandersetzungen verzichten nun auch die hessischen SPD-Abweichler Jürgen Walter und Carmen Everts auf die Kandidatur für die Landtagswahl. Walter will der Partei nicht schaden, Everts sparte auch nach ihrem Verzicht nicht mit Kritik am Kurs der Hessen-SPD.

HB FRANKFURT. Er werde definitiv nicht antreten, sagte Walter der „Süddeutschen Zeitung“ laut Vorabmeldung. „Würde ich antreten, würde dies vor allem in meinem Unterbezirk Wetterau zu einer extremen Polarisierung führen“, sagte Walter. „Das wäre Gift für die Partei.“ Auch die Abweichler Dagmar Metzger und Silke Tesch hatten zuvor ihren Verzicht auf eine Kandidatur angekündigt.

Walter, der der prominenteste Gegenspieler von SPD-Landeschefin Andrea Ypsilanti ist, begründete seinen Schritt auch mit der Strategie der SPD, eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei nach der Wahl im Januar nicht mehr auszuschließen. „Da bleibe ich dabei: Nicht das Versprechen vor der Wahl im Januar war falsch, kein Bündnis mit der Linkspartei zu schließen. Es war falsch, dass Andrea Ypsilanti dieses Versprechen gebrochen hat“, sagte Walter.

Everts erklärte, nach wie vor halte sie es für einen eklatanten Fehler, von der Absage an eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei abzurücken. Diese Absage werde zudem nicht von der Partei in der Breite mitgetragen. Auch fehle es ihr auf Landesebene an einem breiteren Themenprofil, das auch in die gesellschaftliche Mitte reiche.

Vor Everts und Walter hatten bereits die beiden Abweichler Metzger und Tesch ihren Verzicht auf eine weitere Kandidatur angekündigt. Die vier verhinderten Anfang November die Wahl Ypsilantis zur hessischen Ministerpräsidentin und dafür in ihrem Landesverband scharf kritisiert.

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